775
menheit schlichten und erließ (638) das Glaubensedict/ Ekthesis,durch welches er strenge verbot/ von Einer oder zwei Wirkungs-weisen in Christo zu disputircn / und doch dabei nicht undeutlichdie Lehre von Einem Willen vertheidigte. ES war dies nichtsanderes/ alS die Lehre der Monothcliten; aber das Unterfangen/dieselbe der ganzen Kirche/ wie er wollte/ aufzuzwingen/ verhin-derte ihn körperliche Hinfälligkeit und der Tod/ der ihn nach ein-unddreißigjährigcr Regierung (641) hinwegraffte. Die Mono-theliten nannten stch nachmals nach dem Syrer Maroit/ dessenSchüler diese Lehre annahmen/ und fanden insbesondere im Liba-non Anhänger/ dessen kräftige Bergbewohner sich mit Stolz Mar-daiten oder Rebellen nannten.
Die Heraclidcii. 841—711.
Heraclius hinterließ zwei Söhne/ den achtundzwanzigjäh-rigen Heraclius Conftantin von Eudoxia/ und den neun-zehnjährigen Herakleonas von Martina. Diese ehrgeizigeFürstin trachtete darnach/ unter dem Namen ihres Sohnes zuherrschen und schob ein Testament seines Vaters vor/ das ihm dieNachfolge übertrüge/ aber die Byzantiner sahen ei«/ daß in einerZeit/ wo des Schwertes nicht zu entrathen war/ das ScepterWeiberhänden nicht gebühre/ und Heraclius Conftantin be-stieg den Thron. Er hatte stch schon als Jüngling im Felde aus-gezeichnet/ auch suchte er sich mit dem Papste Johann IV zuverständigen und war den GlaubenSzänkercicn überhaupt und denMonothelcten insbesondere abgeneigt; aber er war früh gealtertund überließ sich gänzlich der Leitung seines Schatzmeisters Phil-agrios/ eines schmutzigen Geizhalses / der ihn u. A. sogar dazuverleitete/ das Grab seines Vaters öffnen und den Leichnam deSmit Edelsteinen besetzten Diadems berauben zu lassen. Vielleichtwar es der Rache der Kaiserin zuzuschreiben/ daß er bereits nach103tägiger Regierung starb. Sofort ließ Martina ihren SohnHerakleonas krönen/ aber ein Soldatenaufstand machte bereitsnach wenigen Monaten dieser Regierung ein Ende und beide/ dieKaiserin Mutter ohne Zunge/ ihr Sohn ohne Nase/ wandertenin's Exil/ während Valentin/ der Stallmeister des Phila-grioS/ die Senatoren zwang/ Constans/den 12jährigen SohndeS Conftantin/ mit dem Purpur zu bekleiden und ihm dieRegentschaft zu übertragen.
Constans H. Okt. 641
Diese Regierung war eine der unglücklichsten. Die Moslim/