Band 
Fünfter Band.
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Indessen hatte der unwissende Prophet Arabiens alle Bilder vcv-boten/ sowohl gemäß den Begriffe»/ die er den Juden entlehnthatte/ als um bei seinem Volke jeden Keim des Götzendienstesauszurotten; seine Nachfolger zerstörten die Bilder überall, wohinsie gelangten; Uezid LI untersagte den Christen in seinen Staa-ten, Bilder in den Kirche» aufzustellen, und Leo mochte die Wir-klingen dieses Verbots, alS er in Asien Krieg führte, erkennen;der ungebildete Jsaurer mochte sich einbilden, die Abneigung derMuhammedaner und Juden vor dem Christenthume beruhe ledig-lich auf dem Bilderdienst, und so erklärt sich sein Verfahren ge-nügend, ohne daß eS der Erzählung bedarf, in früherer Zeit, alSer noch Viehhüter gewesen, hätten ihm Juden prophezeit, er werdedereinst den Purpur empfangen, unter der Bedingung, daß ervernichte, waS sie Götzendienst nannten. AlS nun auch wirklichgeschah, was er in seinen kühnsten Träumen nicht hatte hoffendürfen, übte er sofort die Autorität, welche die byzantinischen Kai-ser sich über die geistlichen Dinge anmaßten, dahin aus, daß erden Bilderdienst verbot (721). ES scheint, daß er Anfangs hie-bet stehen blieb, die Bilder nicht vernichtete, sondern nur gebot,sie hoch anzubringen, daß das Volk sie nicht mehr küssen könne.Aber es war ein Befehl, den er aus eigener Machtvollkommenheit,ohne Benehmung mit der Synode, erließ. ES entstand daher einegroße Bewegung; man glaubte, Leo lasse sich sein Verfahren vonden Muhammedanern und Juden vorschreiben, oder auS Verlan-

— Trotz entgegenstehender Behauptungen ist es thatsächlich, daß der Nor-den vor Karl dein Großen die Bilderverehrnng hatte; man erfahr!dies vorn ehrwürdigen Beda, welcher sich in der Beschreibung einer vornh. Benedict im Jahr L8l> erbauten Kirche folgendermaßen ausdrückt:,.TaS Schiff war mit den Bildnissen der h. Jungfrau und der Apostelgegiert; im südlichen Flügel waren die wichtigsten Ereignisse des Evan-geliums, im nördlichen Flügel die Geschichte der Apokalypse dargestellt. . .Der roheste Bauer konnte hier nicht eintreten, ohne nützliche Belehrungenz« schöpfen, ohne mit Wohlgefallen zu betrachten die Milde Jesu Christiund die Züge seiner treuen Diener, oder er studirtc auch die erhabenenGeheimnisse der Menschwerdung und der Erlösung, und das Schauspieldes letzten Gerichts schärfte ihm ein, die Gerechtigkeit des Allmächtigenzu versöhnen" (lioni. in nnt. >1. konoäioti t. VUl, ool. 165). Ais eigent-licher, intellektueller Urheber der ikonoklastischen Irrlehre wird ein Bischofaus Phrygien, Namens Konstantin, bezeichnet, der den Jsaurer inseinem Bornrtheil bestärkt habe. D. B.