Band 
Fünfter Band.
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gen, sie zum wahren Glauben zu bekehren, zu diesem Zugestand-niß an ihre Abneigung bestimmen: aber diese Meinungen, sowiedie oben berührte Sage, beweisen nur, wie tief gewurzelt undallgemein verbreitet die Anbetung der Bilder war. Und obgleichdie griechischen Prälaten biSheran fast immer die gehorsamen Voll-strecker deö kaiserlichen Willens gewesen, machte doch der PatriarchGermanuS Vorstellungen gegen dieses Dekret, schrieb an denPapst sowie an die übrigen Bischöfe unter Berufung auf denWillen der Kirche und die vielen für den Bilderdienst redendenWunder.

Aber während die Kirche berieth und protestirte, suchte Leoseinen Willen mit Gewalt durchzusetzen und empörte sich dagegendas Volk. Durch den Widerstand erboöt, verschärfte der Kaiserseine Befehle, stillte einen Tumult in der Hauptstadt selbst durchHinrichtungen und verbannte den greisen Patriarchen. Mit demPaläste war eine Bibliothek verbunden, unter der Leitung einess. g. ökumenischen Lehrers, nebst zwölf andern Professoren, welcheauf Staatskosten Theologie und Profanwissenschaftcn lehrten.Während die Kaiser im Allgemeinen keine wichtige Entscheidungtrafen, ohne die Meinung dieser gelehrten Männer zu verneh-men, verlangte Leo, der dies unterlassen, sie sollten gutheißen,was er gethan, und da sie sich nicht dazu herbeiließen, ließ er dieBibliothek anzünden, in welcher die Bücher sammt ihren Hüternverbrannten *).

^) Schlosser (Bilderstürni. Kaiser) berichtet: „Im 6. Jahr seiner Regie-rund (722—23) wollte Leo die Juden und Ungläubigen (Montanisten)mit Gewalt zur Taufe zwingen. 'I'Ireupllr. Vliruna^r. p. 6l7 od j>. 267.Im 7. versuchte er mit Güte, indem er die dreizehn Professoren deröffentlichen Bibliothek sammt ihrem Direktor um ihre Meinung befragte,die Bilderverehrung zu mäßigen, iä I. o.; im 9. n. 10. (725—26—27)begann er mit Gewalt zu reformiren" .... Es versammelte der Kaiserim 9. Jahre ein sog. Silentium, wobei die Anzahl der weltlichen Mit-glieder stärker war, als die der geistlichen; diese Diener des Hofes stimm-ten ihm leicht bei und fertigten ein Edikt aus.... Während die Be-wohner des Westens mit weltlichen Waffen gegen die Theorie des Kaiserskämpfen, so stritten in seiner Hauptstadt die Mönche in ihren Schulendagegen mit allen Waffen ihrer Logik, und der Kaiser und seine Rath-geber hielten diese Schulen, die seit Einführung des Christenthums beiden Kirchen und Klöstern bestanden, für die Orte, an denen man alleneuen Verordnungen verhöhnte, und aus dem Widerstände dagegen eine