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er mit offenen Armen aufnahm / und als er nun auf seine Auf-forderung an den neustrischen Hof/ allen Baronen ihre Güter undWürden zurückzugeben / von Berthar die hochmüthige Antworterhielt: Ich werde bald selbst diese davon gelaufenen Knechte ho-le«/ dringt er an der Spitze eines großen Heeres in Neustrien einund bei Testrr, einer königl. Pfalz in der Landschaft VermandoiS(wo jetzt St. Quentiu steht)/ kommt es zum Entfcheidungskampfezwischen den römischen und teutonischen Franke«/ den großenund kleinen Eigenthümern. Die Neustricr/ bei denen stch auch derKönig befand/ erlitten eine furchtbare Niederlage/Berthar/derden Krieg fortzuführen sucht/ wird getödct und Theodorichmuß sich dem Pipin ergeben/ ihn als Majordom anerkennen.
Die Schlacht bei Testri war eine derjenigen/ welche die Phy-siognomie der Nationen verändern/ so daß einige Geschichtschrei-ber dieselbe an Bedeutung einer neuen germanischen Völkerwan-derung gleich schätzen. Die Austrasier von mehr teutonischer Weisehatten nun das Uebergewicht über die römischer Kultur zugeneig-ten Neustricr und Aguitanier erlangt; daher nahm das Regimenteinen dem Geiste der Eroberer angemessenem Charakter an underhöhte somit deren Kraft. Die neustrischen kleinen Eigenthümer/ohne Vertreter und Vertheidiger / mußten dem erblichen Herzogvon Austrasien/ der an der Spitze der großen Barone stand / ge-horchen ; das Volk ward rechtlos; die wieder zur alten Macht ge-langte Aristokratie aber stellte die Nationalversammlungen wiederher/ während sie zugleich die teutonische Sprache an die StelledeS römischen Idioms setzte.
Pipin stürzte die Merovinger nicht/ obgleich ihn nichtsdaran verhinderte. Sie saßen/ als bloße Schattenkönige/ noch 60Jahre auf dem Throne/ den sie untergraben hatten/ da sie ihn zubald mit römischen Formen und römischer Verderbtheit umgebenwollten. Ein Chronist / welcher die Dinge berichtete / wie er siesah / ohne sich auf eine Ergründung derselben einzulassen / sagt:„Bei den Franken bestand die Gewohnheit/ daß die Fürsten herrsch-ten/ ohne etwas Anderes zu thun oder zu wollen/ als gedankenlos zuessen und zu trinken/ ihr HauS nicht zu verlassen/ im Anfang deSMonatS Mai in der Volksversammlung den Vorsitz zu führen/ dieLeute zu grüßen und von ihnen gegrüßt zu werden" *). Und wirk-
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