Band 
Fünfter Band.
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Bonifacius V (618) nahm den h. Stuhl ein der CampanierHonorius/ welcher das Glück der Wiedervereinigung Aquileja'Sund IstricnS mit der Kirche/ die durch den Drei-Kapitel,Ireitdavon losgerissen worden/ und der Ausbreitung des Christenthumsunter den Angelsachsen erlebte/ dagegen aber durch die monothe-letische Ketzerei betrübt wurde. Sergius/ Patriarch von Con-stantinopel / ein schlauer Grieche / wußte seine an den Papst ge-schickte Darlegung dieses Handels so geschickt abzufassen/ daßHonorius annahm / der Patriarch frage ihn / ob Christus zweimenschliche Willen/ d. i. die Neigung / welche den Menschen zurSunde hinzieht/ besitze. Dies verneinte nun der Papst auf'ö Ent-schiedenste (633) und behauptete/ in Christo könne nur Ein Willesein; hierin lag aber gerade der monvtheletische Irrthum. AuSUcberlistung verfiel er daher in einen Irrthum und ging sogarin seinem Verlangen/ diesem traurigen Streithandcl ein Ende zumache»/ so weit/ dem Patriarchen anzuempfehlen/ sein Schreibengeheim zu halten. Dieser aber that dies keineswegs/ sondern gabvielmehr dem Ausspruche des Papstes die größtmögliche Oeffent-lichkeit; die Folge wam daß das sechste ökumenische Concil (680)in dem Anathem/ welches es über die Bekenner eines einzigenWillens in Christo aussprach/ Honorius einbegriff. Das Urtheildes Concils (13. Sitzung) lautet folgendermaßen: „Wir erklärenhiemit ihn (Se rgiuS) sammt seinen Lehren mit dem Anathembelegt. Auch glauben wir über HonoriuS/ ehemaligen Papst desalten Roni/ den Bannfluch auSsprechen zu müssen / weil wir inseinem Briefe an Sergius gefunden haben/ daß er dessen Irr-thum angenommen und seine gottlose Lehre mit seinem Ansehenbekräftigt habe." Indessen war eS doch dem Gebrauch der Kirchezuwider/ zu verdammen / ohne den Angeklagten zu höre»/ undüberdem bezeug» der Geheimschreiber / welcher im Namen desHonorius jenes Schreiben abgefaßt die unschuldige Tendenzder darin ausgedrückten Lehre *). Die griechischen Beamten woll-

*) Daß überhaupt ein solches Schreiben an Sergius gerichtet worden, istübrigens noch lange nicht so wahrscheinlich, als daß die Akten des Con-cils über die Verdammung des Papstes verfälscht worden. „Wer einigenähere Bekanntschaft gemacht hat mit den Schlichen des byzantinischenLügengeistes, wird nicht sonderlich staunen, denselben Leim sechsten öku-menischen Concil in solcher Art und ebenso wieder 11 Zahre später beimguini-8extum thätig zu sehen . . . Trug und Heuchelei gingen gleichsam