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Beschlag zu nehmen. Severin saß nur zwei Monate und Jo-hann (642) kaum zwei Jahre lang auf dem heil. Stuhle;diesem folgte Theodor von Jerusalem/ welcher die Vertheidiger
und das Geschäft durchweg seinen ordentlichen Verlaus genommen, ohnealles politische Ränkespiel, dann ließe sich wenigstens eine schon damalsvorgenommene Interpolation nicht wohl begreifen; aber eben jene Voraus-setzungen sind grundfalsch, wie Jeder leicht einsieht, wer statt einzelnerBruchtheile das Ganze der byzantinischen Schismageschichte in's Augefaßt. Und man betrachte die Akten selbst . . . Wie viel, mag in denigriechischen Wortschwall eingeschoben worden sein, ohne dchß die Legatenetwas davon erfuhren i Und wie kommt es, daß man ungleich kürzere imLateinischen hat (Mansi XII, 708 flg.)? Und wie auffallend, daß be-treffend den Brief des Papstes Honorius sowohl im Griechischen alsim Lateinischen gerade die Stellen Varianten haben, welche von demEinen Willen reden! Den zahllosen Spuren der Betrügerei und denganz handgreiflichen Zeichen, daß die Akten nicht in der jetzt bekanntenGestalt konnten nach Rom übersendet werden, ohne gewaltiges Aufsehenzu erregen, daß sie überhaupt als ein sehr unordentlicher Auszug erschei-nen, und die beispiellose Verdammung des Papstes nur ein gleichsamgelegenheitliches Einschiebsel bildet, wird von jener Seite enigegnet: wederdie 7. noch 8. ökumenische Synode (v. I. 787 und 868), noch die PäpsteLeo II und Hadrian II, welche die Akten des sechsten anziehen, be-schweren sich über Verfälschung derselben! — Aber ziehen denn dieseSynoden und diese Päpste an, daß dem Honorius i. I. 681 zu Con-stantinopel das Allathem gesprochen wurde? Geschah irgendwo dessenErwähnung vor der Zeit, bis Michael Cernlarius (l043) dasSchisma unheilbar erneuerte? Hat man etwa nur Akten aus dem römi-schen Archiv und nicht vielmehr in sehr späten Tagen von den Byzan-tinern genommen? Die ächten, welche Leo II und Hadrian II vorAugen hatten, gingen sicher mit so vielen andern in Rom zu Grunde,und auch von den verfälschten in Constantinopel wurde aus begreiflichenUrsachen später, nachdem der Zweck der Fälschung erreicht war, nichtgerne mehr Gebrauch gemacht ... Es heißt, die Legaten, welche vonConstantinopel heimkehrten, haben den Papst Agatho nicht mehr amLeben getroffen. Er verschied, da eben eine grauliche Pest Italien bei-spiellos verheerte, am 10. Jan. (?) 682, und der ohne Verzug gewählteSiciiianer Leo II ward erst am 17. August 682 consecrirt, weil diekaiserliche Konfirmation so lange ausblieb. Wer verbürgtaber dieses und die weitere Behauptung, Lev II habe durch einen Briefan Kaiser Cvnstantin: ke§i rozum etc., welchen Barvnins mitGrund als erdichtet verwirft (Mansi p. 726), das sechste ökumenischeConcil seinem ganzen Inhalt nach bestätigt? That er es, so geschah esgewiß nach andern Akten, als die wir jetzt haben, und das über Papst