Band 
Fünfter Band.
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„Gregor an seinen vortrefflichen Sohn/ den Herrn KarlStellvertreter deS Königs (subreAuius) von Franken! In tiefeBetrübniß sind wir versenkt, da wir sehen, daß die Kirche vondenjenigen ihrer Söhne verlassen ist, welche sich ihrer Vertheidi-dung widmen sollten. Das kleine Gebiet von Ravenna, welchesuns im verflossenen Jahre allein noch übrig blieb, um für denUnterhalt der Armen und für die Beleuchtung der Kirche zu sor-gen, ist von Luitprand und Hildeprand, den Königen derLongobarden, mit Feuer und Schwert überzogen worden. Siehaben die Besitzungen des h. Petrus verheert, das übrig geblie-bene Vieh fortgetrieben, die Umgegend von Rom verwüstet. Ebenso wenig sind uns von dir, sehr vortrefflicher Sohn, Tröstungenirgend einer Art zu Theil geworden; ja wir wissen, daß du, stattdarauf zu denken, so großen Uebeln Einhalt zu thun, eher denFürsten, von welchen sie ausgehen, als der Wahrheit, welche wirdir vorlegen, Glauben schenkest. Wir bitten den Allerhöchsten,dich nicht für eine so große Sünde zu bestrafen; aber könntestdu den Spott derjenigen vernehmen, welche zu uns sprechen: Woist dieser Karl, um dessen Schutz du flehest? Warum kommt ernicht und errettet mit seinen furchtbaren Franken dich aus unsernHänden? Welcher Schmerz ergreift uns, wenn wir diese Vor-würfe anhören müssen, da wir sehen, daß so mächtige Söhne derKirche keinen Finger bewegen, um sie zu vertheidigen und anihren Feinden zu rächen! Der mit seiner Macht ausgerüsteteApostelfürst könnte wohl sie vertheidigen, aber er will in diesenunheilvollen Zeiten die Herzen seiner Söhne erproben. Schenkedaher jenen Königen keinen Glauben, wenn sie die Herzoge vonSpoleto und Benevent als Schuldige bezeichnen; deren einzigerFehler ist, daß sie im verflossenen Jahre unS nicht wider Treuund Glauben angreifen wollten. Im Uebrigen gehorchen sie gänz-lich den Königen, und trotzdem sieht man sie ihres Ranges ent-kleiden und in die Verbannung schicken, um ungehindert die Kircheunterjochen und zur Sklavin machen zu können. — Sende unSeinen deiner Getreuen, unzugänglich den Geschenken, den Drohun-gen, den Verheißungen, der mit eigenen Augen sich überzeugevon unsern Verfolgungen, der Demüthigung der Kirche, den Thrä-nen der Pilger, der Niedertretung unseres Volkes, und der dirdavon einen genauen Bericht abstatte.

„Wir beschwören dich bei dem Gerichte Gottes und dem Heildeiner Seele, der Kirche deS h. Petrus und seinem Volke beizn-