Band 
Fünfter Band.
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war; wenn er auf dem Throne blödsinnig hieß/ konnte er in demihm viel angemessenern klösterlichen Leben den Beinamen desFrommen verdienen. Dieser Triumph der australischen über diencustrischen Franken, von Einigen als eine neue abendländischeInvasion betrachtet, führte thatsächlich zu einem Vorherrschen derSprache und der Einrichtungen jenes mehr germanischen Volks-stammes über den durch die Vermischung mit den Römern raschentkräfteten gallo-fränkischen.

Nach dem Siege des ersten Pipin über die Neustrier unddie Freien hielten die Barone, welche ihm mit ihren Schwerternzu diesem Siege verhelfen hatten, sich des Gehorsams völlig ent-bunden, was die von Chlodwig gestiftete Monarchie vernichtete.Indem jedoch Pipin der Kurze sich zum König erhob, setzte erdie Rechte des merovingischcn Hauses wieder in Kraft und bean-spruchte mir einem Anscheine von Gerechtigkeit die Herrschaftüber viele unabhängige Fürsten. Entschlossen, seine Souveränitätdurch Waffengewalt zu behaupten, zog er zunächst gegen die süd-lichen Provinzen. Septimanien, welches die Gothen wider Chlod-wig und die Sarazenen wider Karl d. Hammer vertheidigten,schien geneigt, sich selbst zu regieren; aber der Gothe Anse-mund, welchen viele dortige Barone zum Oberhaupte gewählthatten, huldigte freiwillig dem fränkischen Könige, gleichwie dieStädte NimeS, Maguelone und Beziers. Hiedurch war den Fran-ken der Weg eröffnet zur Wiedergewinnung der von den Sara-zenen den Westgothen abgenommenen Provinzen. Jene, unausge-setzt von den Christen bedrängt, konnten aus Spanien keine Hülfeerwarten, wegen des nach dem Sturze der Ommajaden daselbstausgebrochenen Bürgerkriegs. Diesen Umstand benutzend, griffPipin an der Spitze der Gothen in Septimanien Narbonne, denletzten Waffenplatz der Sarazenen auf gallischem Boden, an undbemächtigte sich nach dreijähriger Belagerung dieser Stadt (759).Hiemit war die Herrschaft der Araber in Gallien vernichtet; dieLandschaft bildete unter dem Namen Gothien ein Herzogthum desfränkischen Reiches, welchem Pipin Aufrechthaltung seiner Ge-setze gelobte. Es blieb noch Aquitanicn übrig, das stets den frän-kischen Institutionen fremd geblieben und welches aus diesemGrunde die Söhne der merovingischen Könige unter sich zu theilenpflegten, da keiner von ihnen als alleiniges Erbe eine von Römernbewohnte und nicht die Rechte der salischen Güter gewährendeLandschaft besitzen wollte. Die Feindschaft zwischen Eudes und