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Karl M'artell, zwischen Hunald und Pipin setzte sich injenes Sohn Waifar fort. Er hatte daS Herzogthum als Lehenvon Karlmann erhalten und ihm dafür den Eid der Treue ge-leistet; alö aber Pipin den Thron bestieg/ hielt sich der Herzogseines Eides für entbunden und gewährte, wie ein selbstständigerMonarch, allen Flüchtlingen aus Franken, selbst rebellischen Va-sallen, bei sich ein Asyl. Anfänglich beklagte sich Pipin hierüber,wie auch über die häufigen Verletzungen der geistlichen Immuni-täten , und alS er nicht gehört wurde, griff er zum Schwerte(760). Die weichlichen Völkerschaften des Südens, die verachte-ten Sprossen der Römer, leisteten acht Jahre lang den kriegeri-schen Franken Widerstand; die Aquitanicr und BaSken drangensogar bis nach Autun und Chälons vor; dagegen verheerten dieFranken Berry mit Feuer und Schwert, verheerten die Auvergneund verbreiteten Schrecken bis in'S Limousin, die Weinberge, denHauptrcichthum Aquitaniens, vernichtend. AlS sich jedoch Wai-far zu schwach fühlte, daö offene Land zu behaupten, schleifte erPoitiers, LimogeS, Saintes, Angoulöme, Pörigueux und alleübrigen Plätze und zog sich in die Gebirge zurück, den Krieg fort-setzend mit unbeugsamem Trotz, bis er endlich von einem der Sei-nigen erschlagen wurde*). Alsdann unterwarf sich Aquitanien(769) und auch Tassilo, der Herzog von Bayern, welcher gegenseinen Oheim und Vormund für Waifar die Waffen ergriffen,wurde gänzlich auf's Haupt geschlagen. — Bretagne war nachdem Tode Alans 11 (753) getheilt worden und die Städte Ran-teS, RenneS, Alct (St. Malo) immer wieder unter fränkischeHerrschaft gefallen, wobei sie dieselbe-jedoch nur so weit anerkann-ten, alS sie durch die Gewalt dazu gezwungen wurden. Währendaber der ehrgeizige Mac-TierneS (Fürstensohn) diese Gegendin Verwirrung setzte, drang Pipin bis Vannes vor und unter-warf die ganze armorikamsche Halbinsel.
Somit waren nun Austrasien, Neustrien, Burgund, Aqui-tanien und die Bretagne unter Einem Szepter vereinigt, dasWerk Chlodwigs vollendet und der alte Zwiespalt zwischenGallo-Römern und Franken, fortan vereinigt unter einer germa-
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Uouqust V. 323-