Band 
Fünfter Band.
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Nischen Gewalt/ durch den Sieg verwischt. Es ist tröstend undunterrichtend/ zu beobachten/ wie die mächtigste Nation Europa'SSchritt vor Schritt aus so verschiedenartigen Elementen sichbildete.

Pipin mußte übrigens noch mehrere Male zum Schwertegreifen/ um diese Einheit/ sein Werk/ zu vertheidigen. Das Chri-stenthum hatte die Friesen noch nicht in dem Grade gebändigt/daß sie ihren Naubzügen entsagt hätten. Als sie den h. Boni-facius erschlugen / unternahm eS Pipin/ ihn zu rächen/ undverheerte Frieöland/ dessen Herzog Ratbod II zu den Dänenfliehen mußte (754). Die Sachsen hatte er zum Frieden gezwun-gen (758) und den am linken Rheinufer wohnenden einen Tributvon 600 Pferden auferlegt; als sie jedoch den Vertrag brachenund sich mit ihren heidnischen Volksgenossen verbanden/ fiel er inWestphalen ein/ schlug sie bei Jburg in der Diözese Osnabrück/ließ sie Geiseln stellen und versprechen/ den Missionären fürdernichts in den Weg zu legen. Der h. Saibert/ einer der Gottes-männek/ an denen die britischen Inseln so reich waren/ hattebereits die frohe Botschaft bis an den Rhein getragen und Pi-pin ihm eine der Inseln dieses Stromes (Kaiserswerth) geschenkt/wo er ein Bisthum errichtete/ welches nachmals nach Verdenverlegt wurde.

PapK Stephan in Franken. 754.

Die neue fränkische Dynastie hatte sich somit Rom wesentlichgenähert durch ihren alten Namen einer katholischen / wie durchdie jüngst erhaltene Weihe und durch das von ihr beförderte Mis-sionSwesen unter den Heidön; eben sowohl war sie durch ihreNatur darauf geführt/ in der staatlichen Ordnung die Monarchie/in der religiösen das Papstthum zur vorwiegenden Geltung zubringen. Dieses letztere zeigte sich insbesondere deutlich/ als PapstStephan persönlich als Hülfesuchender zum Frankenkönig kam.Pipin sandte ihm bis zum Kloster St. Moriz seinen jungenSohn Karl/ welcher einst der Große heißen sollte/ entgegen/ woder Papst wahrscheinlich Weihnachten (753) feierte/ worauf erder Einladung des Königs nach der Pfalz Pontion/ nördlich vonParis (nahe bei Viti-e-lv-ZMö) folgte. Bei seinem Erscheinensprangen der König und sein Gefolge von den Pferden und war-fen sich den Segen erbittend zur Erde / während der Vater derChristenheit und die ihn begleitenden Prälaten als Schutzflehende/