Band 
Fünfter Band.
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schützet des h. Stuhles haltend, äußerte er die Absicht, diesemdie souveräne Gewalt über das Exarchat Ravenna zu verschaffen.Glaublich schickte er aber, ehe er.zu ernsteren Schritten über.ging, auf Verlangen dcS Papstes eine Gesandtschaft nach Pavia,deren Vermittlungsversuche jedoch erfolglos blieben; da indeßAistulf voraussah, daß ihm das Einvernehmen des h. Vatersmit dem Frankenkönige Nachtheil bringen würde, ließ er durchOptat (Petronax), Abt des Monte Cassino, den Karlmannals Unterhändler an seinen Bruder absenden, damit er diesen vonder Einmischung in die römischen Angelegenheiten zurückzuhaltensuche. Karlmann erschien auch im Schloß Kiersi an der Isereund stellte dem König vor, wie ungeziemend es sei, für die hetero.doxen Griechen wider die katholischen Longobarden Partei zu er»greifen, daS Blut der Franken sollte nur für das Frankcnreichvergossen werden, eS sei unklug, würden sie ihr eigenes Land denEinfällen der Sachsen und Aguitanier überlassen, um ein andereszu vertheidigen. Um so fester P ipin von vornherein zum Kriegeentschlossen war, desto unwillkommener und lästiger waren ihm dieVorstellungen seines Bruders, den er in ein Kloster zu Vienneim Dclphinat wies, wo derselbe nach wenigen Tagen starb (755).Von seinen Söhnen ward nichts mehr gehört*).

Uebrigens hatten auch die fränkischen Fürsten darauf gedrun»gen, daß noch die eben erwähnte Verständigung mit Aistulf ver»sucht werde, dem daher 12,000 Goldsolidi angeboten wurden gegenFreigebung der PentapoliS und der übrigen besetzten Landschaftenf754^ **). Auf des Königs Weigerung wurde der Krieg beschlossenauf dem Reichstage zu Braine und rasch die Heerfahrt angetreten(spätestens Sept. 754); die überraschten Longobarden vermochtenden Paß durch die Clausen, durch daS Thal von Susa, welchesdie Grenze zwischen den 150 Jahre lang im Frieden mit einanderlebenden Völkern bildete, nicht zu vertheidigen und plötzlich stan»den die Franken vor den Mauern der longobardischen Hauptstadt.Nun mußte sich der König bequemen, auf eine Unterhandlungeinzugehen, Pipin daS Exarchat und die PentapoliS zu überlassen,

Nnn. Llctcimos. Bessern Erfolg hatte Karl mann mit dem Verlangenum Rückgabe der Reliquien des h. Benedict, welche dem Monte Casfiuobei der Plünderung durch die Longobarden waren geraubt und durch gal-lische Pilger nach der Abtei Fleury an der Loire waren gebracht worden.OIuwn. Mais«., Vouguvt, V, 67.