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chen getreten^ an dessen Statt handelten. Man muß auch beden-ken/ daß eS ein sonderbares Vorurtheil ist/ in jene Zeit die Ideender unsern übertragen und dort eine genaue Unterscheidung derRechte und Gewalten, der Nutznießung und des politischen Regi-ments erblicken zu wollen. Der Eigenthümer/ als solcher, übtein seinen Besitzungen gewisse souveräne Gewalten auS, erhielt dieOrdnung, pflegte die Gerechtigkeit, führte die Mannen in denKrieg, während der eigentliche Souverän Steuern erhob undAufseher sandte; die größte Gewalt von Beiden übte aber der-jenige auS, welchem der thatkräftigste Wille und die meisten Mit-tel, ihm Geltung zu verschaffen, zur Seite standen.
Bei diesem eben so wichtigen als noch unaufgehellten Punkteangelangt, glauben die Historiker im Allgemeinen sich ergehen zumüssen über den Ehrgeiz der Päpste, ihre Sucht nach Besitz undMacht, über die Leiden, welche sie Italien bereiteten, da sie Sorgetrugen, daß eS nicht gänzlich in ausländische Gewalt fiel. Wirhaben unS erlaubt, so oft die Geschichte uns dazu das Recht gab,den vorgefaßten Meinungen und willkürlichen Annahmen entgegenzu treten. Auch hier werden wir uns daher nur an die Thatsachenhalten. Nun aber stehen hier einerseits die byzantinischen Kaiser,die nicht als rechtmäßige Nachfolger der Cäsaren, sondern mitdem Rechte der Eroberung und als solche behandelnd Italienbesitzen, nachdem sie ihm seine alten Privilegien genommen; an-derseits fremde Könige* *), bewaffnet und drohend, welche Eideschwören und brechen, das Land mit Feuer und Schwert über-ziehen. Ihnen gegenüber erblicken wir Greise, Diener Gottes,vom Volke und aus seiner Mitte gewählt, welche beten, schreiben,
pur. 1843. p. 210 u. ff. Nachmals schrieb P. Hadrian an Karld. G r.: „Die Herzoge von Spoleio, Benevent, Friaul, Clusium machtengegen nns den gefährlichen Plan. sich mit den Grieche» und Adelgis,dem Sohne des Desiderius, zn vereinigen, uns zu Land und Meerzu bekämpfen, in „diese unsre Stadt Rom" einzudringen und das lom-bardische Regiment wieder herzustellen. Demnach bieten wir dich dringend,auf's Schleunigste nns zu Hülfe zu kommen, denn dir, nächst Gott, habenwir die Vertheidigung der h. Kirche, unseres römischen Volkes und derrömischen Republik anheimgegeben." Ooä. 6nrol. e>>. 57.
*) Die Lombarden waren keine Fremden, sagt man, weil sie seit langer Zeitin Italien saßen und außer diesem kein Reich inne hatten. Nach dieserBeweisführung wären dann auch die Türken keine Fremden für dieGriechen.