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Prozessionen abhalten/ Gesandte schicken, auch persönlich als Bitt-steller ausziehen, nichts als Frieden und Gerechtigkeit verlangen;lediglich zu ihrer Vertheidigung vermögen sie nothdürftig einHäuflein von KriegSmännern zusammen zu bringen. Unter diesendrei verschiedenartigen Bewerbern um den Besitz oder die Erobe-rung Italiens wird auch nebenbei das Schicksal mehrerer Millio-nen von Italienern entschieden. Diese bitten und klagen mit demPapste, während der König und der Kaiser ihnen Gut und Lebenrauben. Wie Bitteres, Schweres hatten sie nicht erfahren unterder griechischen Herrschaft, aus der Ferne geleitet, schwankend,zaudernd, hochmüthig, die Gewissen meisternd, noch unleidlicherwerdend durch die Habsucht und die Schamlosigkeit der Beamten,die aus KncchteSsinn zu jeder Niedrigkeit, selbst zum Meuchelmord,sich Hingaben! Wie viel hinwieder hätten sie nicht zu leiden ge-habt, wären sie dem Joch der Longobarden anheimgegeben worden,die ihren Brudern Gesetze, Habe, volkSthümliche Verwaltung,sogar den Namen von Italienern genommen! Hatten sich dochdiese Longobarden nach so langjähriger Niederlassung in Italienniemals daselbst eingebürgert; ging ihnen doch dermaßen derSchrecken voraus, daß, wo sie erschienen, Menschen, welche denGebrauch der Waffen längst verlernt hatten, diese nochmals zuergreifen wagten, um sich des Looscs, welches der von den Lom-barden Besiegten harrte, zu erwehren: der brutalen Vergewalti-gung, der Hinschlachtung. Blieb also den Italienern noch eineHoffnung auf Wicdererhebung oder wenigstens Erleichterung, sokonnte diese Hoffnung nur auf dem Papste beruhen, den die Römerschon längst als ihren Vertreter, den Vertheidiger ihrer Rechtebetrachteten, als den Einzigen, der die Bedrückten zu trösten unddie Unterdrücker die Sprache der Wahrheit und Gerechtigkeitvornehmen zu lassen vermochte; auf dem Papste, welcher schonallein durch seine» geheiligten Charakter der Gerechtere, derMildreichere sein mußte, und der den römischen Namen, diesenmir so bitterem Hasse, so großer Verachtung beladenen, allen Na-tionen noch ehrwürdig machte. Wohl wissen wir, daß zu jenerZeit das Wort und Verlangen eines Volkes kein Gewicht hattein der politischen Waagschale, doch aber sollte die Geschichte, auchabgesehen von den Thatsachen, zu einer gerechteren Würdigungjener Sache sich erheben können, deren Sieg die Masse der Un-gerechtigkeiten und der Thränen unter jener Menge verminderte,die zu übersehen sie nur zu sehr gewohnt ist; sie sollte wenigstens,