Band 
Fünfter Band.
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tur betrachtete, übertrugen die Edeln in Karlmanns Gebietenauf Karl dessen Krone, und dieser stand somit an der Spitze desdamals mächtigsten Reiches in Europa.

Run begann eine Reihe von Kriegen, durch die Karl zuder Größe emporstieg, welche die Nachwelt ihm nie beftreiten wird.Desiderius hatte bei dem Tode PipinS gehofft, sich nun fürdie durch diesen Monarchen erlittenen Verluste entschädigen zukönnen. Aber als ihm die Unternehmung wider Aquitanien zeigte,daß Karl seinem Vater an Begabung und Kraft nicht nachstand,versuchte er, sich demselben zu nähern. Er ließ ihm demnach dieHand seiner Tochter Desideria oder Hermengard antragenund für Adelgis, seinen Sohn und Mitkönig, Karls Schwe-ster, Gisela, zur Gemahlin verlangen. Papst Stephan konntejedoch nicht gleichgültig ein Verhältniß steh bilden sehen, welchesdie zeitlichen Interessen Italiens und des heiligen Stuhles ge-fährdete. Er stellte daher Karln in energischer Weise vor, wel-ches Aergerniß eS bereiten würde, wollte er seine Gemahlin Jmil-trudiS (aus vornehmer fränkischer Familie) verstoßen, um einanderes Weib aus einem von Gott verworfenen und mit demAussatz behafteten Geschlechte zu nehmen; zugleich bat er ihndringend, die Schwester, welche er dem Kaiser verweigert, nichteinem Longobarden zu geben. Bertrade sah jedoch diese Doppel-ehe unter einem ganz andern Gesichtspunkte an und verfügte sichselbst nach Italien, um sie zum Abschlüsse zu bringen. Zu Romunterhandelte sie mit dem Papste, dem sie durch Desideriuseinige der hinweggenommenen Städte zurückgeben ließ; und ob-zwar eine Verbindung zwischen Gisela und Adelgis sich nichtverwirklicht zu haben scheint, führte sie doch Hermengard in'SFrankenland — einem Leben voll Elend und Leiden entgegen.

Päpste.

Die vornehmen Familien in der Romagna, welche die Wahlder Consuln (so hießen jetzt die früher Decurione genannten Ma-gistrate) und nicht selten auch die der Prälaten sich zugeeignethatten, hatten durch Aemter, Reichthum und auch Gewalt einenvorwiegenden Einfluß erlangt und beanspruchten sogar Antheil ander Wahl der Päpste. Auf den Stuhl des h. Petrus zu gelangen,war insbesondere, seitdem die Päpste Fürsten geworden, das Zieldes Ehrgeizes dieser Familien und sie scheuten mitunter selbstgewaltthätige Mittel nicht, um dieses Ziel zu erreichen. Nach dem