Band 
Fünfter Band.
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Sieilien war von den Gothcn beherrscht worden; Theodo-rich hatte in ihrem Interesse viele Maßregeln ergriffen und ihreinen Grafen gegeben, damit die Sicilier ihr Recht nicht aufdem Feftlande zu suchen hätten. Die Longobarden hatten, da ih-nen eine Marine gänzlich abging, nicht daran denken können, siezu unterwerfen, und sie litten sehr unter der griechischen Herrschaft,welche mit einer unordentlichen Verwaltung religiöse Verfolg»»,gen verbanden. Während Sardinien unter römischer Herrschaftstand, hatte eS sich mit Städten, Denkmälern, prächtigen Wasser-leitungcn und Lirken bedeckt. Diese Insel war so fruchtbar, daßsie mit Sieilien die Ehre theilte, eine Kornkammer RomS zu sein.Nach der Völkerwanderung wurde sie wie Corsika nach einandervon Vandalen, Gothcn, Griechen, welche mehrere sardinische Bi-schöfe nach Afrika verbannten, besetzt. Nachmals beunruhigtendie Sarazenen ihre Küsten häufig, während die Bewohner derGebirge im Innern ihre alten Gebräuche bis auf die neueste Zeitbewahrten. In Neapel nahm die Regierung ein Feldherr der Rei-terei wahr, in Sieilien ein PatriziuS, beide bis zum 10. Jahrh,von den griechischen Kaisern ernannt. Da aber die Bewohnerdieser Gegenden zu einem beständigen Kampfe mit den Lombardender beiden südlichen Dueate genöthigt waren, konnten die Grie-chen sie nicht anders vertheidigen, als indem sie ihre Freiheitenfortwährend ausdehnten, wodurch allmälig ihre vollständige Selbst,ständigkeit herbeigeführt wurde.

See-Frelstaaten.

Auch in andern Seestädten keimte unter der schwachen Verwal-tung der Griechen die Freiheit auf, da dieselben, an die Ungebun-dcnheit des Meeres gewohnt, dem Despotismus zu Lande sich nichtfügten. Bereits Gregor der Große klagte über die Seeräube-reien der Pisaner, deren Macht im 9. Jahrhundert noch anschn-lich zunahm. DaS prächtige Genua, am Fuße unfruchtbarer Berge,bespült von einem fischarmen Meer, daher seine Bewohner ledig-'lich auf die Schifffahrt angewiesen waren, sorgte schon im Beginndes 9. Jahrhunderts selbst für seine Sicherheit und besaß eineeinfache Regierung, ganz geeignet, die Freiheit des Volkes zuschützen, ihm Liebe zum Vaterland und Geschmack an dessen An-gelegenheiten einzuflößen.

Bmedlg.

Noch rascher erschwang sich Venedig zur Größe, gab den