Band 
Fünfter Band.
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lung sich ein, geladen waren nicht blos sämmtliche Mitglieder desKlerus, sondern auch die vornehmen Laien, Franken sowohl alsRömer, indem Karl zu wissen begehrte, wer denn etwas widerden h. Vater vorzubringen habe und worüber sich die Unruhigenbeschweren. Diese hatten natürlich nicht Luft vorzutreten. Karlfragte die Prälaten, welchen allein nebft Papst und König Sitzebereitet waren, um ihre Meinung und diese erklärten ohne langesBesinnen einhellig: Uns geziemt nicht, das Oberhaupt der Kirchezu richten; der apostolische Stuhl ist zwar Richter Aller, wirdaber selbst von Niemand gerichtet. Dies der uralte, stets befolgteGebrauch der Kirche. Leo erhob sich betheuernd, er wandle inden Fußstapfen seiner Vorfahren und sei bereit, Rede zu stehenwegen der Verbrechen, die man boshafter Weise auf ihn zu wer-fen versucht habe. Am folgenden Tage (2. Dez.) bestieg er mitder ganzen großen Versammlung die Kanzel, nahm die vier heil.Evangelien in die Hand und legte den Schwur ab: GeliebteBrüder! eS ist bekannt, daß böse Menschen sich gegen mich erho-ben und mich und mein Leben mit den schwersten Verbrechen be-fleckt haben. Zur Erforschung dieser Sache hat sich der gnädigsteund durchlauchtigste König Karl mit seinen Priestern und Für-sten nach dieser Stadt begeben. Deswegen erkläre ich, Leo, hoherPriester der h. römischen Kirche, von Niemand verurtheilt odergezwungen, sondern aus eigenem Antriebe in eurer Gegenwart vorGott und den Engeln dessen, der das Gewissen kennt, und demh. Petrus, dem Apostelfürsten, der ftinen Blick auf uns gerichtethält, daß ich die lasterhaften Dinge, die man mir vorwirft, wederselbst noch durch Andere vollbracht habe, Gott zum Zeugen anru-fend , vor dessen Gericht wir erscheinen werden, vor dessen An-gesicht wir stehen. Und dieses.thue ich, nicht durch irgend einGesetz genöthiget, auch nicht in der Absicht, meinen Nachfolgernund Mitbischöfcn in der heil. Kirche einen Gebrauch oder eineVerpflichtung aufzubürden, sondern nur um desto gewisser voneuch jeden bösen Argwohn zu entfernen. — Nun erhoben Allefreudig ihre Stimmen und dankten dem Herrn und der GotteS-gebären« und dem Apostclfürsten und allen Heiligen für den wun-derbaren Schutz, der das Oberhaupt der Kirche gegen dessen offeneund geheime Feinde geschirmt, und das feierliche 'i'o venm schloßden erhabenen Auftritt*).

Nach Pagi und Baren ins wurden seine Gegner Pascha lis und