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Karls Kaiserkrönuug.
„Am Geburtsfeste unseres Herrn und Heilands/ 25. Dezember800 * *)/ wohnte Karl auferbaultch in der St. Pcterkirchc demPontificalamte des Papstes bei. Am Schlüsse desselben/ bevor derh. Vater den Segen ertheilt/ schreitet dieser unerwartet vom Al-tare/ tritt nebst zwei assistirenden Bischöfen an den Betstuhl Karls/der nah' bei dem Altar/ gießet heiliges Ocl und setzet eine sehrkostbare goldene Krone auf das Haupt desselben / und der Domwiderhallet von dem dreimaligen jubelnden Zuruf der Tausende:Leben und Sieg dem großen und frommen römischen Kaiser Karl/dem von Gott Gekrönten! (Onrolo i»Ü88imo 7LiiAU8to! n Deoeoronnto! msANO, Mcille» Imjierntori! vitn et viclorin!) undvom Schmettern der Trompeten und Wirbeln der Pauken und demKlänge der Cpmbeln und Orgeln und anderer Instrumente."
Vielleicht kam dieser Vorgang Karl'n ganz unerwartet/jeden-falls zeigte er sich davon überrascht und im höchsten Grade erstaunt.Er beklagte sich wider den Papst/ daß er ihm trotz seiner Schwächediese neue Last auflege/ welche die Pflichte»/ wegen deren er vorGott Rechenschaft abzulegen haben werde/ so sehr vermehre. Obdiese Überraschung / diese Klagen ernstlich gemeint waren / magman dahin gestellt sein lassen: jedenfalls war er nun römischerKaiser und wenigstens mit demselben Rechte/ wie so Manche/ diezu Rom und Constantinopel von einer käuflichen Plebs koder einerrohen Soldateska zu Cäsaren ausgerufen wurden. Herrlich zumzeitlichen Oberhaupte der Christenheit gesalbt, schwor Kaiser Karl,die römische Kirche mit aller seiner Macht zu schützen.
Als die Germanen das alte Reich überflucheten/ brachten siedie Idee einer zugleich kriegerischen und religiösen Monarchie mitsich, kriegerisch insofern die KriegSgenossen sich um den Tapferstenschnarren, religiös insofern der König aus einer von Göttern oderHalbgöttern abstammenden Familie gewählt wurde; in jenemSinne war sie frei, in diesem erblich. Auf römischem Boden fandsie einen als Vertreter des Volkes herrschenden Monarchen und
CainpeluS als der Verlämudung und des Mordversuchs überführt undvon Karl zum Tode verurtheilt, diese Strafe jedoch auf Bitten des Pap-stes in lkbenslängl che Girbannnng umgewandelt.
*) Das Zahr begann damals mit Weihnachten, weßhalb auch die Kaiser-krönung Karls in das Jahr 800 gesetzt wurde; nach der neuern Zeit-rechnung fand jedoch dieselbe im Jahr 7gg statt.