Band 
Fünfter Band.
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gel", der in Wahrheit es verdient, ein Spiegel aller Regentenzu sein *), und würdig stand ihm zur Seite die edle- KaiserinSu n--t sch e, die noch jetzt wegen ihrer Tugenden und der muster-haften Erfüllung ihrer Pflichten als Gattin und Mutter bei denChinesen in rühmlichem Andenken steht. Der Kaiser war von Na-tur heftig/ welchen Charakterfchler er zwar beständig zu bekäm-pfen suchte/ aber nicht immer gelang ihm dies vollständig/ wodann die Kaiserin weise einzuschreiten pflegte. Einstmals gerietster in Zorn über seinen trefflichen Minister Wei-tscheng/ derallzu kühn ihn, die Lehren der Alten im Munde / meisterte/ undwollte ihn absetzen/ als Sun-tsche vor ihm reich geschmückt er-schien/ und als er sie deshalb erstaunt anblickte/ sprach: Ichwill dir mit der größten Feierlichkeit meine Glückwünsche dar-bringen/ weil du den größten Schatz besttzest/ welcher einem Herr-scher zu Theil werden kann/ einen Kolao (Minister)/ der eswagt/ seinem Fürsten zu widersprechen/ selbst auf die Gefahr hin/dessen Gunst durch seine Festigkeit einzubüßen / der seine Aemterund Würden auf'S Spiel setzt/ um die Wahrheit und sein Ge-wissen nicht zu verrathen. Der Kaiser verstand sie/ dankte ihr undbesann sich eines Bessern. Sie verfaßte ein Buch über die Weift/sich im Fraucngcmach zu betragen / bei dessen Lesung der Kaiserausrief: Solche Regeln sollten zu allen Zeiten beobachtet werden.

Einführung des EhristenihumS.

Die Regierung Tai-tsungS ist auch darum merkwürdig/ weilwährend derselben das Christenthum in China zuerst bekannt wurde.Im Jahr 635 kam nach Tschang-nang der nestorianische Prie-ster Olopen aus Ta-stn oder dem römischen Reiche. Der Kaiserschickte ihm die höchsten Würdeträger entgegen/ welche ihn nachdem Palaste führten/ wo er im Auftrag des Kaisers eine Ueber-fttzung der heil. Schrift besorgte. Da Tai-tsung erkannte/ daßsie eine wahre und heilsame Lehre enthielten^ befahl ew der neuenReligion in der Hauptstadt einen Tempel zu errichte«/ der von21 Priestern versehen werden sollte. Die Thatsache ist bezeugtdurch ein im Jahr 781 zu Si-ngan-fu errichtetes Denkmal/dessenInschrift die christliche Lehre in den allgemeinsten Zügen darstellt/besagt/ daß die Glaubensboten an den Hof Tai-tsungS kamenund daß derselbe eine Verordnung zu Gunsten des Christenthums

*) P- Hcrvieu übersetzt einige Stellen aus diesem Buche für die Samm-lung des P. Du Halde.