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gesicht zu Angesicht zu sehen und in seiner Gesellschaft zu beten.Der Lama ließ sich herbei, dem Verlangen des Kaisers zu ent-sprechen, starb jedoch, kaum am himmlischen Hofe angelangt, anden Blattern. Auch der gegenwärtig herrschende Kaiser wünschtesehnlich, den Dalai-Lama bei sich zu sehen, und abermals starbdieser, nachdem er kaum in Peking angelangt war. Seine Glätt-bigen hatten jedoch die Vorsicht gebraucht, ihn vor der Abreiseseinen Nachfolger ernennen zu lassen: diese beschwerliche Ehrewurde einem kaum der Kindheit entwachsenen Knaben ausgelastet.
Vierzehntes Kapitel.
Tübet.
Verschiedene Male hatten wir bereits Japan und Tübet zuerwähnen, welche in der Geschichte deö östlichen und mittlernAsien von großer Bedeutung sind. Mit Japan werden wir unsan einer andern Stelle beschäftigen, jetzt aber einen Blick aufTübet werfen. Dieses Land erstreckt sich vom nördlichen Abhangdes Himalaya bis zur Westgränze von China, im Süden des chi-nesischen und im Osten des unabhängigen Turkestan, in einemUmfange von 34,000 Quadratmeilen. ES ist ein Land hoher Ge-birge und Hochthäler, wo der Mensch höher wohnt, als in irgendeinem andern Theil der Erde *). Die Winter sind sehr strenge,obgleich das Land bis an die Gränze der heißen Zone (28 °) reicht.Der Venctianer Marco Polo redete zuerst von Tübet und vonihm an bis auf die Missionäre von Peking im Anfang deS ver-flossenen Jahrhunderts hatte man keine weitere Kenntniß vondieser asiatischen Schweiz. Der portugiesische Jesuit AntonAndrad gelangte im Jahr 1624, im Jahr 1664 ein französischerund ein deutscher Jesuit dahin; im Jahr 1732 gründete P. dellaPenna in Tübet eine katholische Mission und verfaßte einen „kur-zen Bericht" über dieses Land, den im Jahr 1762 P, Georgi
*) Die Stadt Daba liegt 4706 Meter über dem Meeresspiegel, also so hochwie die Spitze des Montblanc.