Band 
Fünfter Band.
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zu Rom herausgab/ der in seinem ^Ij-Kabölum tibetaniun eingelehrtes/ jedoch unverarbeitetes Material zusammentrug. ImJahr 1777 beschrieb Pallas Tiibct/ und bald darauf schicktendie Engländer an den Groß-Lama eine Gesandtschaft unter Füh-rung dcS Samuel Turner/ der von seiner Reise eine inte-ressante Beschreibung verfaßte.

Die Bevölkerung ist nicht Eines Stammeö/ und wahrschein-lich — Bestimmtes läßt sich von einem so entfernten und so we-nig bekannten Lande nicht sagen — wurden einzelne Völkerschaf-ten/ wie die Butties/ Margaren/ NewarS von den Jndicrn in dieHochländer deS Himalaya und von Nepaul gedrängt / und kamendie eigentlichen Tübetaner von der entgegengesetzten Seite. AuSden chinesischen Schriften scheint hervorzugehen/ daß die Kiang/wie sie die Tübetaner nennen/ das westliche Gränzgebiet China'sbewohnten / noch ehe die Kolonien / welche das himmlische Reichbevölkerten/ aus dem Gebirge Kucn-lun herniederftiegen. Sieführten mit ihren großen Heerden eine nomadische Lebensweise/ohne Regierung und ohne ein anderes Gesetz, als daS der Ge-walt. Die Tübetaner selbst halten sich für Abkömmlinge einer Artvon Affen und das mittlere Tübet heißt noch jetzt daS Affenland;wegen dieses angeblichen Ursprungs nennen sie sich die Erstgebor-nen des menschlichen Geschlechts *).

Da sie vor dem 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung einAlphabet nicht kannten, so schöpfen sie ihre Kenntniß der altenZeiten nur aus mündlichen Ueberlieferungen. Der obengenanntevon della Penna herausgegebene Auszug aus ihren historischenSchriften ist kaum mehr, als eine trockene Aufzählung von Kö-nigsnamen, noch dazu mit falscher Chronologie. Präs rinn undPrasrinne werden hier als die StammeSeltern der Tübetanerbezeichnet/ als ihr erster König Gniatrizeng/ der Sohn derGattin des indischen Königs Makkiaba; er wurde in seinerKindheit ausgesetzt und von einem Landmann gefunden, flüch-tete nach Tübet, wo er den Ackerbau einführt. Die nach Stäm-men getrennt lebenden Tübetaner bildeten niemals eine große Na-tion, und mühsame Forschungen nach ihrer Geschichte anzustellen,würde sich, wenn auch ein Ergebniß zu hoffen wäre, kaum lohnen.

*) Hau um an, der Affenkönig, welcher nach der indischen Mythologie demRaum zu Hülfe kam (Buch II, Kap. XIV) kann sehr wohl einen Me-tallischen Fürsten bezeichnen.