Band 
Fünfter Band.
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Einer ihrer bedeutendsten Stämme waren die Tu-fan im östlichenTübct, deren Häuptling Hu-ti sich der Abstammung von den chi.nesischen Kaisern rühmte und noch mehrere andere Stämme sei-ner Autorität unterwarf (494). Um die Mitte deS 6. Jahrhun-derts saßen seine Nachkommen in den GcbirgSlandcn südlich vonSchen-si, wurden mächtig während der stürmischen Herrschaft derGoei und nannten sich Tzan-pu, d. h. aus dem Geist des Him-mels Geborne. Sie hielten sich meistens an den Ufern des Losa-Tschuan bei Lassa auf und obgleich bereits einige Städte gebautwaren, zogen sie eö doch vor, in der Nähe derselben unter Zeltenzu wohnen. Ungefähr 100 Meilen von diesem Lager, an einemdas schwarze Meer genannten See, hielten sich andere Hordenauf, lebte» von Milch, Ochsenfieisch und geröstetem Kor», beklei-deten sich mit Pelzwerk und Wollenstoffen. Die Gestorbenen wur-den mit auf ihrem Grabe gctödteten Ochsen und Pferden beer-digt. Statt der Schrift bedienten sie sich würfelförmig geschnitte-ner Hölzer und in Knoten geschürzten Fadens zur Nachhülfe dcSGedächtnisses *). Jährlich huldigten sie ihrem Könige, indem sieHunde und Affen opferten, alle drei Jahre aber brachten sie einfeierlicheres Opfer an Menschen, Pferden, Eseln und Ochsen dar.Die Jahre zählen sie nach der Gerreideärndte.

Der Tzan-pu Ue-tzun-lung führte den Buddhaismus inTübet ei», dehnte seine Eroberungen über das ganze innere Asienaus und konnte mehrere Hundcrttausende von Kriegern ii.'S Feldstellen, mit deren Hülfe er zahlreiche Völkerschaften und auch denKönig von Mittclindien besiegte; doch aber schickte er eine Ge-sandtschaft an den chinesischen Kaiser Tai-tsung, erbot sich, ihnals Obherrn anzuerkennen und erbat sich die Hand einer Prin-zessin aus kaiserlichem Geblüt. Da ihm aber versagt wurde, wasmehreren türkischen Fürsten bewilligt worden, brach er mit einemHeer nach der chinesischen Grenze auf und gelangte durch diesedrohende Bewegung an das Ziel seiner Wünsche. Lu-tong-tzan,während der Minderjährigkeit deü Ki-li-fa-bu (660) die Re-gierung führend, besiegte alle benachbarten Völker und ward somächtig, daß er dem Kaiser von China Besorgnisse einflößte, dochwußte der geschickte Minister den Kaiser zu beruhigen und trugseine siegreichen Waffen nach Mittelasien. Nach seinem Ablebenging die Regentschaft auf seinen Sohn King-ling über; nun

*) iei»xrot!>, «ies pcnplos 60 mo^enno.