Band 
Fünfter Band.
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tung, gegenseitigem Haß und Rachedurst die Grundlagen des ge-selligen Lebens. Wir sehen noch in gegenwärtiger Zeit in denschönsten Ländern Asiens, an den lachendsten Gestaden Europa'sdie alten Mißbrauche und Abscheulichkeiten sich fortpflanzen, vondenen der Heiland die christliche Welt befreite: Seeraub, Harems,Sklavung der Gewissen, zügellosen Despotismus, der seine Er-haltung als höchstes Ziel aufstellt und sich zum unbeschränktenGebieter des Lebens, der Ehre und des Vermögens der Unter-thanen auswirft. Noch jetzt werden in die Herrscherpaläfte vonConftantinopel, Jspahan und Alexandrien abgeschnittene Köpfeund Ohren abgeliefert. Noch jetzt ist es ein gültiger Grund-satz, daß der Großherr täglich 7, der Großvezir 6 Menschen täg-lich tödten kann und so herunter bis zum einfachen Vezir, dertäglich ohne Urtheilsspruch einen Kopf fallen lassen darf. Nochjetzt, wie zur Zeit des Dariuö, läßt ein persischer Satrap mitden Köpfen nach unten gekehrt Menschen lebendig begraben undwandelt auf und nieder zwischen zwei Reihen solcher Unglückli-chen, deren in den Zuckungen deS Todes zappelnde Beine ihmein unterhaltender Anblick sind. Wenn Mahmud und MohamedAli Reformen unternehmen, so müssen sie die Vorschriften desKorans verletzen. Man wolle sich vergegenwärtigen, was geschehenwäre, wenn die Araber mit dem nänckichen Eifer, der sie für denIslam entflammte, das Evangelium angenommen hätten. Wieviele Kriege wären vermieden, wie viele Länder der Civilisationerhalten und gewonnen worden, welche jetzt entvölkert sind oderunter elender Sklaverei schmachten.'

Wir wollen jedoch der Hoffnung nicht entsagen; auch unterden Moslim wird dereinst das Christenthum seinen Samen aus-streuen: „Erinnere dich des Reisenden, welcher, an einer unterTrümmern begrabenen Stadt vorübergehend, ausrief: Kann essein, daß Gott die Bewohner dieser zerstörten Stadt in's Lebenzurückruft ? Gott ließ ihn sterben, und als er 100 Jahre lang ge-storben war, gab ihm Gott das Leben wieder und fragte ihn: Wielange hast du hier verweilet? Ein Tag oder einige Stunden,antwortete der Reisende. Der Herr aber sprach: Sieh hier deineNahrung und dein Getränk; sie sind noch vorhanden; sieh deinRoß, es ist Staub. Wir haben dieses Wunder vollbracht, damitdein Beispiel die Sterblichen belehre. Bemerke, wie wir die Ge-beine deines Pferdes sammeln und mit Fleisch bekleiden. Als er