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dieses Wunder inne ward, rief der Fremde aus: Ich erkennejetzt, daß die Macht Gottes unendlich ist." (Koran, Sure 2).
Der stetige Zerfall deS byzantinischen Reiches und die ge-räuschvollen Triumphe der Moslim flößen übrigens lange nicht dieTheilnahme ein, wie das Schauspiel der allmäligen Entwicklungin Europa, in welcher weniger der Fatalismus der Ereignisse, alsdas Ringen eines jeden Mitglieds der Gesellschaft nach Befreiungvon der Materie hervortritt. Die Völkerwanderung ist noch nichtvollendet; auf der einen Seite die Slaven, auf einer andern dieAraber, auf einer dritten die Normannen beschränken die Civili-sation oder gestalten sie um. Noch herrscht die Barbarei vor, abersie fühlt bereits das Bedürfniß der Ordnung, sie beginnt sich selbstzu kennen, was das Betreten der Bahn deS Fortschritts beweist.Der Barbarenkönig mordet, aber fühlt Gewissensbisse nach derThat und sucht sie durch fromme Werke zu sühnen, welche wenig-stens die Macht des sittlichen Gefühls bezeugen. Statt auf demAltare der Siegesgöttin geopfert zu werden, müssen die entthron-ten Fürsten sich in Klöster einschließen lassen; eine Stimme er-hebt sich, um zu thun, waS die Priester deS alten Rom nimmerthaten, nämlich für den Unterdrückten zu sprechen; vermag sienichts für ihn, so weint sie mit ihm und verurtheilt die Gewalt-that. Noch verhindert die Selbstsucht die Vollendung deS gesell-schaftlichen Bau'ö, aber eS gibt Priester und Senatoren, welchean daS alte Rom mit seiner bewundernswürdigen Verwaltungerinnern; es gibt eine Kirche, durch welche das neue Rom diekörperliche Kraft vor dem sittlichen Gesetz demüthigt und daSBeispiel neuer Einrichtungen darbietet. Wer diese drei Elementezur Herstellung eines großen Gebäudes zu benutzen weiß, wird derWohlthäter der Menschheit sein. Dieser Aufgabe unterzog sichKarl der Große.
Zur selben Zeit vollenden sich zwei Umwälzungen in weit voneinander entfernten Ländern. Die Söhne Karl MartellS stür-zen die Merovinger und die Ommajaden werden zu DamaSkuSvom Throne gestoßen. ES bilden sich daher gleichzeitig die beidenDynastien der Abassiden und Karolinger, welche auf lange hinMorgen- und Abendland in Bewegung setzen. Karl der Großeund die andern europäischen Könige bekunden eine ritterliche Ta-pferkeit, Ruhmliebe, Verlangen, durch Krieg die Befestigung deöFriedens zu erlangen. Sie achten daS Recht, setzen sich zwar zu-