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Gotteslästerung, sogar Schmähungen gegen die Kirche und denPapst wurde« ihm zur Last gelegt. Obwohl der Bischof diesalles leugnete, wurde er doch als Gefangener in Senlis zurück,behalten. Flotte aber ward an den Papst mit der Botschaftgeschickt, er könne zwar einen solchen überführten Verräther ohneWeiteres der Strafe übergeben, aber um der kirchlichen Frei-heiten und der Ehre der römischen Kirche wegen, verlange ervom Papste Entwürdung und Absetzung des Bischofs. ES wareben alles darauf angelegt, die Geduld des KirchenoberhaupteSzu erschöpfen. Der Gesandte benahm sich Bonifacius gegen,über mit plumpem Trotze, so daß er auf die Androhung von Cen.suren höhnisch cntgegnete: DeS Papstes Schwert sei nur einluftiges Wort, aber das seines Herrn und KönigS von scharfemStahl! — So war denn endlich Bonifacius VIII gegen Ende1301 auf den Punkt gebracht, mit aller Kraft widerstehen oderdem französischen Hofe gegenüber alles verloren geben zu müssen.
Er entschloß sich daher zu einem entscheidenden Schritte:„Er soll an Einem Tage, 5. Dezember 1301, drei oder vier Schrei-ben erlassen haben. In einem Beeunäum ckivin» ete. an denKönig gerichtet, gebraucht er nur in schonender Sprache Bittenund Ermahnungen, damit dem Bischof von PamierS gestattetwürde, sich nach Rom zu verfügen. Im zweiten: Nuper exrntionÄbilibus rc. suspendirte Bonifacius bis auf WeiteresdaS früher dem König bewilligte Vorrecht, außerordentliche HülfS-gelder von der Geistlichkeit seines Reiches zu verlangen, weilder Mißbrauch deS Privilegs die Kirchen und Geistlichen sehrbedrückt habe und das wegen deS KricgeS mit England Bewilligtejetzt nach hergestelltem Frieden nicht mehr nöthig sei. In diesesBreve soll Bonifacius VIII die Bulle: 8nlvator munäi etc.vom 4. Dezember eingeschlossen haben, durch welche er, einstweilensämmtliche vom apostolischen Stuhl den französischen Königenwirklich oder vorgeblich zugestandenen Privilegien und Gnadensistirend, verlangte, daß die, welche man erneuert wünschte, bis1. November 1302 beim Conzil*) in Vorschlag gebracht werden,
*) Als letztes Mittel, der Wahrheit Gehör zn verschaffen, suchte er nämlichein möglichst allgemeines Eonzil zu versammeln, welchen Plan aberPhilipp mit seinen Rechtslehrern beständig durchkreuzte, obgleich sie nichthatten hindern können, daß einstweilen mehrere vorbereitende Provinzial-synoden — zu Reuen. BözierS, Basel n. m, — zusammentraten. Die