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Könige von Frankreich gemeine Sache zu machen gegen die Temp-ler, ward so weit umgestimmt, daß er die Verhaftung dieser Rit-ter in seinem Reiche verordnete. „Ein königliches Schreiben
zeffe treffen, und der König möge ihm daher baldigst zusenden, was zurErhärtung der Anschuldigungen dienen könnte. Daß Clemens V flchgerne beeilte, den Wünschen des mächtigen Herrschers gefällig zu sein,ligt auf der Hand, allein grundlos ist das Vorgeben, als hätte e'r seineZustimmung zu den Gewaltschriiten des Tyrannen ertheilt. Er wolltekanonisch eine strenge Untersuchung einleiten; das erschien den Rathge-bern Philipps nicht blos zu langweilig, sondern darum ganz unzu-lässig , weil dann die Berurtheilung des Ordens gewiß nicht erfolgte.Und diese mußte erfolgen, die Ritter waren unwiderruflich dem Untergängeund ihre Güter dem leeren Staatsschätze verfällt; rasch, ehe der Papstetwas vernahm, das den ganzen Handel verrieth, geschah der zerschmet-ternde Schlag, und man berief sich hinterher gleich ähnlichen Schurken zuanderen Zeiten keck auf das kalt aooomxU. Daß Clemens V nichtwagen werde, das Fluchwürdige nach dem Beispiele großer Vorgängermit dem Fluche Gottes zu schlagen, wußte man zu Paris und that nn-gescheut was gelüstete. Wie gesagt, ein rechtlich geführter Prozeß warnicht nach dem Geschmacke Philipps und seiner Nathgeber. Es heißt,man fürchtete den Ausbruch von Unruhen, weil viele Glieder des Ordensaus den angesehensten Häusern des Königreichs herstammten; man be-sorgte, es möchten einige entwischen und die reichen Schätze, die sie unterHänden hatten, mit aus dem Lande fortschleppen." So ward am14. September 13l>7 eine geheime Klagschrift gegen die Templer an dieSeueschäle und Baillis im ganzen Reiche erlassen, worin die gegen dieseerhobenen Anschuldigungen formulirt und gesagt war, der König habedurch den königlichen Beichtvater und Großinquisitor der DominikanerWilhelm von Paris eine vorläufige Untersuchung anstellen lassen unddieser erklärt: es seien triftige Gründe zur Verfolgung der Templer vor-handen; gleichzeitig erhielten durch den Großinquisitor die Jnquisttions-gerichte Befehl, in Gemeinschaft mit von den königlichen Beamten zu be-zeichnenden Personen ein« Untersuchung anzustellen, bei Wahrbefund derAnschuldigungen gegen die Templer aber die Sache achtbaren Männernaus dem Franziskanerorden oder andern Ordensleuten mittheilen. Diegleichzeitige Vollzugsinstruktion für die Bevollmächtigten besagte: „zunächstsollten sie sich insgeheim von allen Häusern der Templer unterrichten, so-dann eine angemessene Zahl von angesehenen und zuverlässigen achtbarenMännern am frühen Morgen des zur Gefangennehmung bestimmtenTages (13. Oktober) versammeln, sie von der Sache unterrichten, undnach den Orten, wo sich Templer fänden, schicken, um sich der Personenund der Güter derselben zu bemächtigen. Letztere sollten sie wohlhaben-den und zuverlässigen Leuten zu bewahren anvertrauen, für den Anbauder Weinberge und Aecker sorgen u. dergl. Die Templer sollten sie ein-