Band 
Achter Band.
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brachte dem Sherif jeder Grafschaft die Weisung, eine gewisseAnzahl treuer rechtlicher Männer zu nehmen und schwören zulassen, daß sse die versiegelten Befehle vollziehen wollten, die ihm

zeln in sicherem Verwahrsam halten und zuvor von ihnen selbst die Wahr-heit zu erforschen suchen, dann erst die Bevollmächtigten des Großinqui-sitors dazuziehen, und wenn es nöthig, auch die Folter anwenden, undihnen mit der Vcrurtheilung zum Tode drohen, im Fall sie die Wahrheitnicht eingestanden. Außerdem wurden in dieser Instruktion nicht allein dieerwähnten Beschuldigungen wiederholt, sondern jetzt noch hinzugefügt, daßdie Ritter bei der Aufnahme mit einer Schnur umgürtet würden, welche sieZeitlebens unter dem Hemde trügen, und diese Schnur sei um ein Götzenbildgelegt gewesen, welches die Form eines Menschenkopfes mit einem großenBarte habe, und welches in den Provinzialkapiteln geküßt und verehrtwerde, jedoch wüßten von demselben nur der Großmeister und die älternRitter; und daß die Priester auf dem Altare den Leib Christi nicht con-secrirten. Endlich wurde befohlen, dem Könige unter dem Siegel derInquisition so schnell als möglich eine Abschrift der Aussagen derjenigenzu senden, welche diese Irrthümer uüd namentlich die Verleugnung Christieingestanden. Philipps Befehle konnten allenthalben desto vollständigervollzogen werden, da Niemand ein so gewaltsames Verfahren erwartethatte. Er selbst hielt es für nothwendig, dasselbe zu rechtfertigen, und erließ deßhalb zunächst in Notredame die Stistshcrren dieser Kirche, dieMagister der Universität und mehrere königliche Beamte versammeln undihnen durch W. v. Nogaret, welchem die Leitung des ganzen Geschäf-tes vornehmlich anvertraut war, die schwersten der gegen die Templererhobenen Anklagen darlegen, und dasselbe geschah am zweiten Tagedarauf auch in dem königlichen Garten vor der Geistlichkeit und demVolke der Hauptstadt. Zugleich sandte er einen Geistlichen an KönigEduard II, welcher dat. 30. Oktober 1307 Antwort gab : Er, seineBarone und seine Prälaten seien sehr erstaunt über das, was ihm KönigPhilipp von den Templern geschrieben und mündlich habe sagen lassen;es sei unerhört und komme ihm noch fortan unglaublich vor; deshalbwerde er den Seneschal von Agen, in welcher jene Gerüchte entstanden,zu sich rufen und wie die Billigkeit und Gottes Ehre gebieten dann wei-ter in der Sache verfahren. Unterm 22. November 1307 soll die Bulleksstoralls xrsomsntl» solio oto. die Verhaftung der Templer gutgehei-ßen haben; sehr verdächtig lautet die Stelle: Schon bei seiner Erhebungauf den päpstlichen Stuhl habe er (Clemens V) das Gerücht von demVerderbnisse des Ordens gehört, namentlich daß er Ketzerei hege; weilnun König Philipp erfahren, daß die Templer Christum verleugnenund ein Idol anbeten, so seien durch ihn auf Bitten der Inquisition dieTempler verhaftet und ihre Güter unter Obhut genommen worden. DieBulle soll erst, nachdem sie der französische Hof revidirt hatte, bekanntgemacht worden fein; glaublicher hat dieser Hof sie geschmiedet oder we-