Band 
Achter Band.
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Brief und durch die Lockspeise der reichen Beute rasch umgestimmtworden zu sein. Während der ersten Untersuchung, die bis zumMärz 1310 währte, war jedoch keiner der Verhafteten zu einer

von dem französischen Königshause losmache, nach Italien überschiffe,ein allgemeines Conzil versammle und diesem und der ganzen Christen-heit seine und der Kirche unleidliche Bedrängniß vorstelle, nicht achtendden Zorn Philipps IV. Man müsse das Aeußerste wagen, denn essei auf das Aeußerste gekommen. Daß Clemens bereits zu Poitiers12. August 1308 eine Bulle unterfertigte, welche alle Bischöfe der Weltzu einem Conzil dringendst und wehmüthigst einlud, dürfte kaum zu be-zweifeln sein, aber wohl ob dieselbe publizirt worden ist. Vorher schrieber den französischen, sie möchten die Untersuchung der Templer nach ka-nonischen Formen betreiben. Das Zweite war dem König Philippund seinen Creaturen so unangenehm als das Erste, weder sollte ein all-gemeines Conzil zu Stande kommen, noch durften die Bischöfe mit deneingekerkerten Templern reden, man brachte diese und jene Ausflüchteund Einwendungen vor, und hielt hin so lange es gehen wollte; zuletztaber, da diese schlauen Mittel erschöpft waren, auch das Drohen mit demschweren Unwillen des großmächtigen Königs nicht verfing, sprachen dessenOrgane das fürchterliche Ultimatum aus: Gut, der Papst möge die Bi-schöfe um sich versammeln und möge von denselben in allen Formenöffentlich den garstigen Tcmplerprozeß ausführen lassen, der Welt zumunerhörten Aergerniß; aber^dann höre er auch auf, es dem tief indignir-ten Könige Frankreichs zu verwehren, daß dieser Fürst öffentlich vor allerWelt darlege und durch hundert und hundert Zeugen erweise, wie ihnEifer für die heilige Religion und den wahren Glauben genöthigt habe,gegen Bonifacius VIII als einen der Ketzerei günstigen und mitgräßlichen Lastern besudelten Schänder der päpstlichen Würde und Feindder französischen Krone und Nation in die Schranken zu treten. Daßzugleich ein förmlicher Bruch, ein französisches Schisma und ein gewalt-thätigeS Verfahren, wie man es in den Tagen des Papsts Bonifa-cius VIII geübt, kurz das Aergste was eine mit so vielen Mitteln aus-gerüstete, keine Frevelthat scheuende Bosheit vollbringen konnte, in Aus-sicht gestellt worden ist, läßt sich ebenfalls denken. Ueber all das wardhin und her gehandelt und gefeilscht; gab Clemens V in einem nach,so kam man mit einer zweiten größeren Forderung, ist es auch nichtganz klar, wie weit man ihn, den völlig Umgarnten, zu Toulouse trieb,wo er Weihnacht feierte. Dieses zeiget die Folge, daß er nach Verlan-gen der Höfe von Paris und Neapel allgemeines Conzil und Templer-prozeß zu vertagen und seinen Sitz in Avignon zu nehmen sich entschloß.Auch scheint, daß er zu Toulouse endlich beschwatzt wurde, am 30. De-zember 1308 eine schon zu Poitiers in Antrag gebrachte Bulle Hexnansin omliv eto. vielleicht mit dem Eingang: -4<i omnem lere notitismund andern Abänderungen zu unterzeichnen und sie an König Philipp