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die Prozeßakten — wenn auch nur zum Theil — zum Vorscheinkamen, erkannte man das arge Verfahren der Richter und dieRichtigkeit der Beschuldigungen, welche, vielleicht hinsichtlich ein-
gewendet, den Starkmuth der vier Märtyrer zu brechen, bei Hugo dePeralto und Gottfried de Gonaville nicht ganz ohne Erfolgwie scheint. Vor dem Portal der Kirche Notre Dame war für die päpst-liche Commission ein Gerüst aufgeschlagen, gegenüber ein Scheiterhaufenhergerichtet, von einer ungeheuern Volksmenge umdrängt. Jetzt führtder Prevot der Stadt und seine Häscherschaar die armen vier Verurtheil-ten, mit Kelten belastet, daher, auf daß sie vor allem Volke fich schuldigbekennen und um Gnade bitten. Der Cardinalbischof von Albano spricht,nachdem Protokolle früherer Verhöre abgelesen worden waren, zu derVersammlung, die Ausartung des Tempelordens schildernd, welche denPapst und den König genöthigt, wider ihn die Schärfe der Gerechtig-keit in Anwendung zu bringen; doch ziehe die Kirche immer Milde derStrenge vor und deshalb sei die Commission ermächtigt, auch den vierdastehenden, nach ihrem eigenen Geständniß höchst Strafwürdigen Gnadezu gewähren, wollten sie reumüthig und demüthig um solche bitten. Datrat der Großmeister vor, erzählt Havemann nach Villa ni und Zant-fliet, und sprach mit fester Stimme also: „Auf der Schwelle des To-des , wo auch die kleinste Lüge schwer wiegt, gestehe ich im Angesichtedes Himmels und der Erde, daß ich große Sünde gegen mich und dieMeinigen begangen, und mich des Todes schuldig gemacht habe, weilich, mein Leben zu retten und dem Uebermaße der Martern zu entgehen,zugleich durch Schmeichelw orte des Königs und des Papstes (?) verlockt,gegen meinen Orden mich erhoben habe. Jetzt aber, wiewohl ich weiß,welches Loos meiner harret, will ich keine Lüge zu der alten fügen undindem ich erkläre, daß der Orden fich stets rechtgläubig und rein vonSchandthaten erhalten hat, verzichte ich freudig auf mein Leben." Einegleichlautende Erklärung gab Guido, der Großpräzeptor der Normandie,ab. — Daß diese Beiden auf eine sehr kräftige Weise die Unschuld desOrdens laut betheuerten und durch Alles, was sie'sagten, das Volk inStaunen, die Kommission aber in größte Verlegenheit setzten, steht außerZweifel, aber gegründetem unterliegt das Vorgeben, der Großmeisterhätte sich schuldig bekannt, weil er früher geschreckt und geschmeichelt einGeständniß zum Nachtheil des Ordens abgelegt. Vom Pariserhof wurdedas freilich ausgesprengt. Glaublicher ist, daß man dem muthvoll Spre-chenden und mit erschütterndem Rufe Gerechtigkeit Fordernden schnellSchweigen auferlegte. In Verwirrung wurde, ohne nur eine Sentenzzu promulgiren, die Gerichtssitzung aufgehoben und dem Prevot bedeu-tet, die vier Delinquenten nach dem Gefängniß zurückzubringen, damitam folgenden Tage über sie weitere Berathung gepflogen werde. Dochder von der Kunde des Vorgefallenen in Wuth versetzte König, vonseinen gewöhnlichen Rathgebern (euimles) umlagert, beschloß rasch durch-