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zelner Mitglieder nicht ohne Grund/ nimmermehr den ganzenOrden treffen konnten. Es waren schlaue Juristen / welche un-wissende Ritter in Verhör nahmen / Männer / die nur mit dem
zufahren; ohne eine Sentenz des geistlichen Gerichts abzuwarten, ohnenur den zwei in Paris anwesenden Cardinälen etwas bekannt zu geben,befahl der Tyrann, den Großmeister und den Präzeptor Guido zumTode zu führen, damit Jedermann zittern lerne vor seinem Zorn. Eswar um die Vespcrstundc, als der wohl fiebenzigjährige GroßmeisterJakob v. Molai und der Großpräzeptor der Normandie Guido,Graf von Auvergne, den Scheiterhaufen bestiegen auf dem Eiland derSeine zwischen den königlichen Gärten und dem Angustinerkloster, ebenda, wo man später die Reikerstatuc Heinrichs IV aufgestellt hak. Mitsolcher Ruhe erduldeten sie den Feuertod, obwohl die Flamme, ihnenein Geständniß abzupressen, nur langsani näher gebracht und erst dieVersüße gerostet wurden, bevor es den Märtyrern aus Leben ging undmit solcher Standhastigkeit beharrten sie bis zum letzten Athemzuge beider Erklärung, daß sie der ihnen aufgebürdeten Verbrechen wie auchihre Ordensbrüder nicht schuldig seien, daß alle, die es sahen, mit Stau-nen und Bewunderung erfüllt worden sind und Viele der Thränen sichnicht erwehren konnten. „Beiden, sagt Havemann, wog Todesqualleichter, als ein durch Schande erkauftes Leben; Molai'S letzte Bitte,daß man sein Antlitz dem Bilde der Mutter Gottes entgegenwendenund seine Hände von den Banden losen möge, damit er sie zum Ge-bete falten könne, fand Gewährung. Den Orden preisend, dessen Rein-heit betheuernd, die Gnade Gottes und die Fürsprache der Heiligen an-rufend, gingen Beide aus dem Leben." Bei der Nacht sammeltenfromme Gläubige die traurigen lleberrcste und behandelten sie wie Re-liquien von Heiligen. So schloß das an Furchtbarkeit und Gräuel-hasligkeit seines Gleichen suchende Drama des siebenjährigen Templer-prozesses... Schwierig dürfte sein, zu entscheiden, in wie weit Bosheitoder Befangenheit des Ordens Untergang befördert hat. Was den PapstClemens V betrifft, so ist ausgemacht, daß er über die Gefangen-setzung der Templer sehr ungehalten war und Jahre lang sich Mühegab, ein ordentliches Prozeßverfahren einzuleiten und namentlich dieOrdensobern selbst verhören zu können, daß er aber vom Pariserhofsfortwährend angelogen, geschreckt, wieder gelockt und beschwätzt und durchallerlei Künste aus den Punkt hingezerrt wurde, wo man ihn habenwollte. Wie weit seine Schwäche nachgab, wird sich darum nicht sogenau bestimmen lassen, weil die wichtigsten Aktenstücke zerstört oder in-terpolirt worden sind, und sogar scheint, man habe seinen Namen zumanchen in der Art mißbraucht, wie es mit dem des gottseligen PapstsCölestin V 1294 notorisch auf die frechste Weise geschehen ist. Ebendie Verfälschung seiner Erlasse deutete», daß er sich bei weitem nicht sonachgiebig erwies, als es der Pariser Hof begehrte, oder daß er die ge-