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Während der Frommsinn in solcher Weise einerseits inUebertreibung verfiel/ stürzten sich anderseits viele Menschenblindlings in Ausschweifungen/ um/ den unabwendbaren Tod so
von 10,000 (nach Andern 30,000) Menschen; diese waren in weiße, bisüberS Knie reichende Röcke mit kurzen Ueberwürfen, weißen Beinkleidernund ledernen Stiefeln gekleidet; im Busen trugen sie eine weiße Taubemit dem Olivenblatt im Schnabel, in der rechten Hand den Pilgerstab,in der linken den Rosenkranz. So schildert sie der römische Anonymus.Nach Andern trugen sie über dem weißen Leibgewand einen himmel-blauen, schwarz ausgeschlagenen Ueberwurf, mit einem weißen und rothenKreuz aus Tuch darausgeheftet, in der linken Hand die Taube, in derrechten den Pilgcrstab; ein Strick mit sieben Knoten diente ihnen zumBnßgürtel. Deni Papst gefiel die Sache nicht mehr und Fra VentnrinoWard festgesetzt. — Im Jahr 1399 wiederholte sich diese Erscheinung inIrland. Hier erschien die heilige Jungfrau einem Landmann, dem sieerklärte, zur Abwendung von Pest und Krieg diene nichts so sehr alsdiese Bußfährten; in weißen Gewändern mit einer Kaputze bekleidet, un-terschieden sich die Weiber von den Männern nur durch ein rothes Kreuz;auf den Straßen zogen sie zu dreien und besuchten nenn Tage langtäglich wenigstens drei Kirchen; wurden sie eines Ortes ansichtig, sostimmten sie das «tabat Mater an und mit drei üliserers zogen sie indie Kirche ein. Die Theilnehmer mußten gebeichtet und communizirt,Beleidigungen, Verletzungen und Veruntreuungen wieder gutgemacht haben,mußten während der neuntägigen Fahrt fasten, schliefen in keinem Bett,entkleideten sich nicht, gingen meistens barfuß; aller Orten forderten siezu solchen Wallfahrten im Namen der heiligen Jungfrau auf. Von Ir-land kamen sie nach England, Frankreich, nach Genua und ganz Italien,überall Frieden, Eintracht predigend. „Nach Mailand kamen Männer,Weiber, Knaben und Mädchen, Große und Kleine in überaus großerMenge, alle barfuß und vom Kopf bis zu den Füßen in weiße Tüchereingehüllt; ihnen nach zogen fast alle Einwohner der Städte und Dör-fer, die sie besucht hatten; acht Tage hintereinander besuchten sie dreiKirchen täglich und ließen häufig in einer derselben eine Messe mit Ge-sang feiern, sodann sangen sie das Pater und -Ive und andere vomheiligen Bernhardin gedichtete Gesänge, oder Litaneien nnd andere Ge-bete. Sie brachten unzählige Versöhnungen zu Wege und verschafftenden Armen viele Almosen; ihrer gar viele benahmen sich wie wahreBüßer" (Cori o). — In Padna ward während dieser Novaine keineMissethat begangen und fiel kein Streit vor; Kinder von einem Jahre,in weiß gekleidet, schrieen nicht mehr, und die Bittgänge währten fortvon Sonnenaufgang bis zwei Uhr nach Sonnenuntergang, und manzählte ihrer 3600. Am Schlüsse aus einer großen Wiese versammelt,boten die Wallfahrer ein außerordentliches Schauspiel dar. OIrron. ka-tnv. nck. an. 1399. /Ix. Nl u r. /Int. 3t. moä. wvi, IV. — Damals ent-
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