Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

286

Den Beginn von Karls Regierung verherrlicht er Lurch dieBeilegung der Engländer, die den König von Navarra in Schutzgenommen, bei Cocherel (1364), für welchen Sieg er zum Mar-schall der Normandie ernannt wurde. Aber bei Auray, wo Karlvon Bloiö und Karl von Montfort um das HerzogthumBurgund kämpfen, wird der Erstere getödtet und DugueSclingefangen. Daraufhin erklärt sich ganz Bretagne für Montfort,der das Herzogthum von Frankreich zu Lehen nimmt; fürDugueSclin ward ein Lösegeld von 100,000 Livrcs (über eineMillion) bezahlt.

Karl V war entschlossen, koste cS was cS wolle, die Eng-länder aus Frankreich zu vertreiben; zu dem Behufe gewann erFreunde und Bundesgenossen durch alle möglichen Opfer, sam-mclte Geld und Kriegsbedürfnisse, sandte Ansprachen an dasVolk und Prediger aus, um dessen Vaterlandsliebe zu entflammen.So vorbereitet, begann er den Krieg wieder, eroberte die Graf-schaften Ponthieu und Limousin und ward auch darin vom Glückebegünstigt, daß der Feind seinen größten Feldherrn Joh. Grafvon Chandos, der im Treffen bei Auray den DugueSclingefangen, in einem Gefecht (1369) verlor. Durch diesen glück-lichen Beginn ermurhigt, brachte die Nation willig alle ihr auf-erlegten Opfer. Eine unermeßliche Wohlthat aber erzeigte demLande DugueSclin dadurch, daß er die einzelnen Abenteurer-banden sammelte und nach Kastilien führte*), wo er ihnen einangemessenes Feld der Thätigkeit anwies, und die in ihrem unge-ordneten Zustande zerstörenden Kräfte organisirend, diese Abenteu-rer in regelmäßige Soldaten umschuf; zudem ward dadurch demKönige Einfluß auf die auswärtige Politik und ihm ein Freundin dem unterstützten kastilischen Könige gewonnen. Aus Spanienzurückkehrend, ward DugueSclin wie im Triumphe empfangenund erhielt das Schwert des Connecable nebst dem Oberbefehlüber daö ganze französische Heer, obgleich er alles that, sich dieserEhre zu entziehen.

DaS Kriegöglück neigte sich nun wieder dem Lilicnbanner zu.Bei der Kunde von der Einnahme von LimogeS beschuldigte derkränkelnde und erschöpfte Prinz von WaleS den dortigen Bischofdes Verraths, nahm den Platz wieder mit Sturm, ließ alle Ein-wohner niedermachen und in'S Feuer werfen; mit dieser Grau-

') Siehe oben Kapitel 5.