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aber grauenhaft grausamen Menschen, Guillaume de Flavy,befehligt und in aller Weise zu guter Vertheidigung vorbereitetwar. Johanna wollte sich hiermit einschließen lassen, kam vonCreSpy, wohin sie gegangen war, in die Stadt und machte soforteinen Ausfall, der Anfangs glücklichen Erfolg hatte; allein baldmußte sie, ungeachtet sie an der Spitze ihrer Leute tapferer alsje gekämpft, weichen vor der Ueberzahl der Feinde, und indem sie,unter den letzten der ihrigen, deren Rückzug in die Stadt deckenwollte, wurde sie von den Feinden an ihrem Panier und an demscharlachncn Oberklcide erkannt, konnte nicht rasch genug einge-lassen werden, und sah sich in wenigen Augenblicken umringt.Sie wehrte sich tapfer mit einem großen Reiterschwerte, das siebei Lagny wieder erobert hatte, wurde aber von einem pikardi-sehen Armbrnsier am scharlachsammrnen Oberkleid aus
dem Sattel gerissen ; sie schlug sich noch zu Fuß durch bis an denGraben; ein Ritter, Pothon, und andere wenige bei ihr Aus-harrende, thaten noch, was in Menschenkräftcn war, um sie zuretten, aber endlich mußte sie sich doch an Lionel, den Bastardv. Vendome, ergeben. Unbeschreiblich war die Freude im Be-lagerungöheer, als sich die Kunde von Johanna'S Gefangen-schaft verbreitete. Alles, selbst der Herzog von Burgund, wollteseine Reugierde befriedigen, und lief, sie zu sehen. Einveum wurde gesungen und Boten gicngen nach allen Seiten(1430, 24. Mai). Unter dem Volke französischer Scits verbrei-tete sich sofort das Gerücht, Johanna sei von den Hofleutenabsichtlich inS Verderben geführt worden, um sie mir guter Ma-nier los zu werden. Der ganze Haß des Volkes konzentrirtc sichauf Guillaume de Flavy, der schon seiner Grausamkeit we-gen verabscheut war. Er sollte Johannen verrathen und ver-kauft, Johanna sollte eS vorher gewußt und sollte an demMorgen des TageS, an welchem sie gefangen wurde, nach derKommunion geäußert haben: „sie sei verrathen, werde nächstensdem Tod übergeben werden, man möge für sie beten." Alles daSwar aber unwahr, denn Johanna war nie wüthiger alS den Tag,und hatte ihre Reisigen durchaus zu dem Ausfalle getrieben.Wenige Tage nach Johanna'S Gefangennchmung verlangte sieder Predigermönch Martin, Doktor der Theologie und General.Vikar des Inquisitors von Frankreich, als gotteslästerlicher Ver-brechen verdächtig, vom Herzog von Burgund ausgeliefert; derSire von Luxembourg aber, welcher Johanna dem Bastard