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gen. Der Prozeß selbst wurde auf das Scheußlichste geführt.In den Verhören trat Johanna so muthig und zuversichtlichauf, wie auf dem Schlachtfeld, ungeachtet sie mehrfach die Ueber-zeugung auSsprach, die Engländer würden sie doch todten. IhreHerzenScinfalt und Geradheit machten einen Advokaten oder Bei-rath, den man ihr verweigerte, fast »«nöthig. Ihre Antwortenwaren so, daß nur der Jähzorn Cauchons den offnen Beifallder gelehrten Beisitzer des Gerichts hinderte. Sie behauptete,nie einen Menschen getödtet zu haben; nur vorgedrungen sei sie,und habe die sie hindern Wollenden abgewehrt, aber nie selbstgetödtet. Ueber ihre Visionen rc. gab sie ganz dieselbe Auskunft,wie früher am französischen Hof, und ohne alle Furcht wiederholtesie den anwesenden Engländern und den Satelliten derselben imGerichte mehrfach, daß ihre Visionen sie unterrichtet hätten, daßdie Engländer aus Frankreich gejagt werden würden, sie möchtenanfangen was sie immer wollten. Ihre Visionen gingen auch imGefängnisse fort, und sie folgte in ihren Antworten ihren heiligenRathgebcrn. Bei allen Eiden, die sie schwören mußte, wahrhaf-tige Auskunft auf alle ihr vorgelegten Fragen zu geben, machtesie eine Exception zu Gunsten dessen, waö sie dem Könige vonFrankreich persönlich gesagt oder von ihm gehört hatte. DieEngländer wurden durch Johanna's ganzes Benehmen zuwahrhaft brutaler Wuth fortgetrieben, so daß sie den zum Ge-richte gezogenen Räthen, wenn sie sich irgend günstig für Iohannaäußerten, drohten, sie wollten sie in die Seine werfen lassen.Die Notare konnten sich kaum den Anmuthnngen, die Protokollezu verfälschen, mit Erfolg entgegensetzen*).
Die Akten dieses Prozesses, welche noch vorhanden sind, be-weisen, wie man vor keinem Mittel zurückscheute, die Unglücklicheschuldig zu finden und wie buchstäblich man die Befehle des Car-dinals von Winchester, des eigentlichen Königs von England,ausführte. Der Prozeß war ein würdiges Seitcnstück zu demgegen die Templer geführten. Und Karl VII setzte so sehr alleGebote der Ehre und Dankbarkeit außer Augen, nachgebend viel-leicht dem Einflüsse der Großen, die auf Johann a's Ruhmeifersüchtig waren, oder seiner Geliebten, die fürchten mochte,in ihr eine Nebenbuhlerin erstehen zu sehen, daß er diejenige,welcher er seine Krone verdankte, gänzlich verließ und nicht ein-
') A. ci. O.