Band 
Achter Band.
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Nachdem in einer allem Recht Hohn sprechenden Weise derProzeß beendigt, durch die verwerflichsten Mittel eine Verurthci-lung herbeigeführt worden, ward Johanna dem weltlichen

werde. — „Daß von Zauberei nicht die Rede sein könnte, erwies derganze Prozeß. Nm sich zu überzeugen, daß sie mit dem Teufel keinenBund gehabt haben könne, mußte sie sich einer abermaligen Untersuchungder Zeichen ihres jungfräulichen Standes durch Frauen unterwerfen undder Herzog v. Bedsort war Schuft genug, sich während dieser Unter-suchung in einem Nebenzimmer aufzuhalten, und durch eine kleine Deh-nung in der Waud zuzusehen. Da nun weder aus Zauberei noch aufTeufelsverbindnng weiter untersucht werden konnte, reduzirie sich der Pro-zeß auf zwei Klagepnnkte ! l) daß sie Mäunerkleidnng trage; 2) daß siesich der Kirche nicht unterwerfe. Die Männerkleider hatte sie im Kriegeaus Rücksicht auf größere Beguemlichkeit getragen; im Gefängnisse bliebsie hartnäckig dabei, weil sie dadurch etwas mehr gegen die schamloseBehandlung gesichert war, die sich ihre Wachter oft gegen sie erlaubten.Was den Kirchcnpunkt anbetraf, so hatte sie diesen nur dem seinen ehr-würdigen Stand entehrenden l'Oiselenr (der sich dazu hergab, unterdem Borgeben, ihr Landsmann und ein Anhänger König Karls zu sein,in ihr Vertrauen einzuschleichen, während der Bischof von Beauvais undder Graf von Warwick bei ihren Unterredungen die versteckten Zeugenmachten; als ihr Beichtvater ertheilte ihr Nikolaus l'Oiselenr stetsden verderblichsten Rath) zu danken, denn dieser heitre ihr den Unterschiedder ooelesia triumplmns nnd der oeclesia militans erläutert und ihreingeflößt, sobald sie erklärte, daß sie die Macht der streitenden Kircheohne Vorbehalt anerkenne, erkläre sie zugleich, daß sie das von ihrenFeinden besetzte Gericht als ein rechtes Gericht erkenne. Um nun dasLetztere nicht zu thun, verstand sie sich nicht z» einer unumwundenen An-erkennung der Kirche. — Allmälig suchte jeder honnette Menjch unter denZugezogenen eine Gelegenheit, sich von dieser niederträchtigen Schlacht-anstalt, welche die Engländer Gericht nannten, loszumachen. Mehrereergriffen geradezu die Flucht, da der Gras von Warwick fast Niemandeneine Wahl ließ, als entweder Johannen verderben zu helfen, oder inder Seine gebettet zu werden. — Als die Untersuchung geendigt war,wurde die Substanz der Antworten Jvhanna's in zwölf Artikel gefaßt.Einer der Assessoren bemerkte, diese Substanz sei nicht überall richtig ge-faßt; sofort fragte Cauchon die Beisitzer gar nicht weiter, sondernschickte die Lügenartikel ohne den Namen der Angeklagten der Universi-tät in Paris, dem Stift in Äonen, den Bischöfen von Lisieur, Avranchesnnd Kontance und etwa fünfzig Doktoren, die zum Theil schon selbstAssessoren des Gerichts gewesen und geblieben waren. Alle Stimmender Befragten — die man natürlich vorsichtig erlesen hatte — warengegen Johanna, was auch bei der lügenhaften Darstellung des Pro-zeßresultates gar nicht anders möglich war. Während man die Antwor-ten der Befragten erwartete, erkrankte Johanna plötzlich. Der Gras