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Gerichte überlassen: auf ihre Berufung an den Papst — „derPapst ist weit" sagte Pierre Cauchon höhnisch — ward keineRücksicht genommen und das Opfer zum Holzstoß geführt/ der/
von Warwtck war aufs Höchste bestürzt: „man habe sie so theuer erkauft,und nun sollte ste eines natürlichen Todes sterben, das gehe nicht, mansolle sie so rasch als möglich heilen, damit sie verbrannt werden könne."
Endlich kam nun nach ihrer Genesung der Spruch der Richter z»Stande: Sie sollte aus der Gemeinschaft der christlichen Kirche ausge-stoßen und den weltlichen Richtern übergeben werden. Nun wünschteman von ihr vor ihrer Hinrichtung noch eine öffentliche Anerkennung derGerechtigkeit dieses Spruches zu erhalten. l'Oiseleur mußte ihr vor-stellen, sie werde sich durch einen solchen Schritt eine Art Begnadigungverschaffen können. Am 24. Mai 1431 führte man sie auf den Kirchhofvon St. Ouen, wo zwei Gerüste aufgeschlagen waren. Auf einem derKardinal Winchester, der Bischof von Beauvais und andere Bischöfe undRichter; auf dem andern Gerüste waren Notare, Wächter, auch l'Oise-leur, und dahin führte man auch Johanna. Daneben stand der Hen-ker mit seinem Karren, um Johanna zu dem Scheiterhaufen, der aufdem größten Platze der Stadt errichtet war, zu führen. Johanna wußtedies und hörte unter diesen Umständen eine Predigt an, die sie unter-brach, als sich der Prediger Beschimpfungen König Karls erlaubte.Nach beendigter Predigt legte man ihr eine Abschwörungsformel vor.„Was heißt das, abschwören?" sagte sie. Wenn sie sich weigere, dieFormel anzunehmen, so werde sie nach dem Scheiterhaufen geführt wer-den, war die Antwort; die Formel aber enthalte nur eine Unterwerfungunter die allgemeine Kirche. „Gut, entgegnete sie, wenn es die Kircheso will, will ich schwöre» !" Allein als man nun eine Anerkennung desRechtsspruches verlangte, war ste lange durchaus zu Nichts zu bewegen,nnd blieb dabei: was ste gethan habe, habe sie müssen thun, und siehabe wohl daran gethan. Da diese Unterhandlungen sich in die Längezogen, wurden die Engländer ungeduldig; sie nannten den Bischof vonBeauvais einen Verräther, und der Kardinal Winchester mußte ihnen Ruhegebieten. — Endlich unterlag Johanna's Standhaftigkeit dcni unaus-gesetzten Zureden und den Vorstellungen des Augenblicks. Sie erklärte,Nichts zu wollen, als was die Kirche wolle, und wenn diese ihre Visio-nen für unerlaubt erkläre, wolle sie nichts weiter zu deren Vertheidigungsagen. Da rief ihr der Geistliche, welcher vorher gepredigt hatte, zu:„Nun, so unterzeichne!" Ein englischer Schreiber hatte inzwischen dasBlatt verwechselt, und eine Erklärung untergeschoben des Inhalts, daßAlles erlogen gewesen sei, was sie von ihrer höhern Begabung gesagt,und daß sie um Gnade bitte wegen ihrer Verbrechen. Sie ließ gesche-hen, daß man ihre Hand ergriff und sie unter das Papier ein Zeichendes Kreuzes als Symbol ihrer Unterschrift malen ließ. — Die anwesen-den Franzosen waren hoch erfreut, denn sie glaubten Johanna nach