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um ihre Qual zu verlängern/ mit Thon war belegt worden. Sobeendigte sie ihre Sendung als Märtyrerin, bis zum letzten Augen,blick nicht wankend in ihrem Glauben an ihren Heiligen, ihren
diesem Nachgeben gerettet; die Engländer aber, in brutaler Wuth, grif-fen zu Steinen. Alles beruhigte sich aber sofort durch einen Wortbruch.Man hatte sie als Preis der Unterzeichnung hoffen lassen, daß sie aus denHänden der Engländer befreit, der französischen Geistlichkeit allein weiterübergeben sein würde. Cauchon aber publizirte nun das Urtheil, wassie zu lebenslänglicher Einsperrung mit dem Brode des Schmerzes undmit dem Wasser der Angst vernrtheilte. Was sie auch sagte, man führtesie in ihren Thurm zurück. Trotzdem wollten die Engländer den Bischofvon BeauvaiS noch umbringen, und der Graf von Warwick wurde nurdadurch beruhigt, daß ihm einer der Assessoren versicherte, Johannawerde sich nicht lange auf den, eingeschlagenen Wege halten. — Sie hattesich endlich auch zur Ablegung der männlichen Kleider verstanden. Treu-loser Weise ließ man ihr diesen Anzug in ihrem Gefängnisse, währenddie englischen Wächter — ja sogar ein englischer Edelmann — sich fort-während Brutalitäten erlaubten, die durch ihre weibliche Kleidung begün-stigt wurden. Dabei hielt man sie elender als je. Sie mochte schonwünschen, daß sie lieber verbrannt sein, als ein so ohnehin durch schwa-ches Nachgeben erkauftes Gnadenleben weiter führen wollte. Dabei nahmman ihr vollends, sie zur Bcrzweiffung zu treiben, während sie ausge-kleidet auf ihrem Lager schlief, ihre Fraueukleider wieder. Als sie er-wachte, verlangte sie dieselben; es sei ihr verboten, Männerkleider zutragen! Man gab ihr aber weder die Fraueukleider zurück, noch ließman sie ruhig im Bett. Da endlich legte sie die Männerkleidung wiederan. „Nun haben wir sie!" rief hocherfreut der Graf von Warwick.Cauchon wurde gerufen, das Gericht geordnet; ohne irgend eine Ent-schuldigung zu hören, schritt man zu neuer Untersuchung. Auf die Frage,ob sie ihre Stimmen noch höre, und was sie sagen, antwortete sie: „Ja,sie machen mir Vorwürfe, Euere Formel aus Furcht vor dem Tod unter-zeichnet zu haben." Auch sprach sie nun zuversichtlicher als je ihrenGlauben an den göttlichen Ausfluß ihrer Visionen und Stimmen aus.Sie habe nicht gewußt, was eigentlich eine Abschwöruug sein solle, undlieber wolle sie sterben, als ein solches Leben weiter führen. — Siehatte sich durch ihre Aussagen bei ihren Richtern das Leben abgesprochen.Uareuell! rief Cauchon beim Hinausgehen aus der EerichtsstubeWarwick zu, und deutete auf Johanna. Das geistliche Gericht über-gab sie dem weltlichen. Johanna weinte und riß sich die Haare aus.Bei dem Gedanken an den Feuertod war sie wieder völlig vernichtet.Sie würde es als eine Gnade angesehen haben, durch das Schwert hin-gerichtet zu werden, und rief Gott zum Rächer solcher Gräuel an. —Am 3Ü. Mai schon bestieg sie nun doch den Karren des Henkers. Manhatte nur so weit Gnade geübt, sie wieder zur Beichte und Kommunion