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Stehende Heere.
Seine wichtigste Maßregel ist jedoch die neue Organisation,welche er den Streitmächten des Landes gab. Die Könige, dieden feudalen Truppen entsagt hatten, wollten fortan nur Mieth.soldaren, deren Unterhalt jedoch für die Regierungen sich zu einerder größten Sorgen gestaltete. Die KriegSfteucr (trüllo), der dieGeneralstaaten sich unterworfen, erwies sich ungenügend für denlangen Krieg, und sobald eine Soldzahlung in Rückstand war,warfen sich die Truppen auf das Land, um sich an Freund undFeind schadlos zu halten. Karl nun ging weiter auf dem be.reits von du Gueselin betretenen Wege und schlug (1440) demReichstage vor, die verschiedenen Heerkörper zu einer regelmäßi-gen Armee zu vereinigen mit festem Solde und strenger Disziplin;die nicht im Felde stehenden Soldaten sollten in die festen Plätzevertheilt werden. Der Plan ward gebilligt und zu dessen Aus-führung die zeitweilige Kriegssteucr in eine stehende verwandelt.Nun konnte auch Karl, der diese militärische Reform mit Eiferund Geschick betrieb und Behufs deren Ausführung auch dieStrenge nicht scheute, Frankreich befreien von der Plage derFreibeuter und Banden, die so lange ungestraft daö Land ver-wüstet hatten. Von diesen Banden behielt er nur 9000 Mann,die er in daS Heer eintheilte, die übrigen ArmagnacS — so hie.ßen damals die Söldlinge — schickte er nach Hause unter derBedrohung, daß sie für jede künftig zu begehende Unordnungwürden aufgeknüpft werden, daS Geschehene dagegen ward mitdem Mantel der Vergessenheit bedeckt. Fortan war nun dieKriegöführung lediglich Sache des Königs, der die Führer- er-nannte, welche, wie die Herren, verantwortlich waren für dieVergehen ihrer Untergebenen; raubende und stehlende oder son-stige Verbrechen begehende Soldaten durften von den Bauern er-griffen und sogar getödtet werden.
Ludwig XI. 1401.
Die Zurücktreibung der Engländer war eine nationale That,au welcher der Adel, der sein Blut im Kampfe verspritzte, unddaS Volk Theil nahm, vertreten von dem Mädchen von Domremy,das eben durch die begeisterte Anhänglichkeit des Volkes und derSoldaten dem Könige unbequem und verdächtig wurde. Jeden-falls aber erstand nun das wahrhafte Volksbewußtsein, denn mannannte sich nicht mehr nach diesem oder jenem Lehen, nach dieser