Band 
Achter Band.
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Cäsaren salbenden Päpsten bald im Einverständniß, bald im Streiteum den Vorrang begriffen. Mit seinem Gebiete vereinigendLothringen untcrHeinrich dem Vogler, Italien unter Otto!,daö Königreich Arelat unter Konrad 111, das Königreich Nea-pel, Sizilien unter den Hohenstaufen, Sittigung und socialeOrdnung den Slaven in Böhmen, an der Elbe Saale undWeichsel gebend, Könige alö Räthe und Beamte, Reliquien alsKronkleinodien verwendend, war in ihm die Weltherrschaft desalten Rom, aber in milderer Form, wieder aufgelebt. Die vierdeutschen Stämme hatten abwechselnd den Vorrang und damitdie kaiserliche Gewalt besessen; aber der unwiderstehliche Drang,Italien zu erobern, hatte verderblich auf die ReichSverfassungeingewirkt. Im Inoestiturstrcite ging das Recht, die Bischöfe,im Kriege mit dem Lombardenbunde das Recht, die Magistrateder Städte zu wählen, verloren und eS war somit die bürgerlicheKlaffe losgetrennt von der feudalen Gesellschaft. In den Käm-pfen wurden die kaiserlichen Besitzungen zerstückt und bereitsFriedrich I benutzte sie, um Anhänger zu gewinnen; wären siemit den ursprünglichen Herzogthümcrn vereinigt worden, so hät-ten sich hiedurch eben so viele besondere Staaten gebildet; aberauch diese Herzogrhümer waren theils zerstört oder in einzelneHerrschaften aufgelöst, theils der Krone einverleibt; die Bischü-mer hatten sich davon getrennt und eö bildeten sich überhauptdaraus viele unbestimmte Souveränetcn, ohne daß auf derenHeranwachsen und Vergrößern irgendwie wäre geachtet worden.Auf wenige Wähler ward daö Recht, den Kaiser zu küren, be-schränkt. Die mittleren Klassen entzogen sich der Gewalt derbewaffneten Invasoren, die kleinen Souveräneten dem Verbändeder großen Nationalität; daö mit den Päpsten streitende Reichhörte auf, als Beschützer der Freiheit zu gelten und verlor denihm von Karl dem Großen verliehenen religiösen Charakter;eS umfaßte nicht einmal mehr ganz Deutschland in die von denOtto neu geschaffene Einheit und löste sich auf in einen Staatwie die übrigen, zerspalten unter Fürsten, deren Abhängigkeitsich immer mehr verringerte, regiert von Herrschern, deren Stre-den dahin gerichtet war, in ihrem Hause erblich zu machen eineWürde, deren Wesen eben in der Wählbarkeit bestand.

In der Epoche, die man alS daö große Interregnum(1254—73) bezeichnet, weil, wenn es auch Kaiser gab, keinerderselben allgemein anerkannt wurde, erstarkte abermals die Feu-