Band 
Achter Band.
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Rudolf l. 1273, 10. Oktober.

Graf Rudolf, im allgemeinen Ruft der Frömmigkeit, Klug-heit und Sparsamkeit stehend, war nun derjenige, auf welchendie Kurfürsten ihr Auge warfen. „Am Feste des heil. Erzengels

der Graf alt geworden, dachten sie, die Stürme der Leidenschaften hättensich gelegt und sie kamen, zwei Nonnen als Fürsprecherinnen an ihrerSpitze, und baten um das Ihre. Vergebens; mit oder ohne Wissendes Alten trieb sie der Sohn, Graf Radeboto, von hinnen, und umdas Ansichgeriffene besser zu wahren, baute er ein Herrenhaus zu Murund wohnte dort mit seinem Hausstand. Auf die Nachricht von desGrafen Konrad Tode griffen die Vertriebenen voll Verzweiflung zuden Waffen; bei Murbach kam es zum Treffen; sie wurden besiegt undflohen in die Fremde. Graf Radeboto blieb Herr der Besitzungen derFreien zu Muri. Sein Ansehen erhöhte die Vermählung mit Jda,Tochter des Herzogs Friedrich von Lothringen. Ihr soll Muri und dasfeste Haus, so ihr Gatte dort erbaut hatte, zum Wittwensitz verschriebenworden sein. Bischof Werner von Straßburg, Bruder des GrafenKonrad, dem sie als Eigen zugekommen waren, weiht« sie geistlichenZwecken; er wandelte Muri zu einem Kloster um und veranlaßte, daßAbt Emrich von Einsiedeln einige Brüder dahin gab; auch setzte er fest,daß der jedesmalige Herr des Schlosses Habsburg Schirmherr des neuenKlosters sei. Denn Bischof Werner hatte, vielleicht in der Absicht,seine neue Stiftung besser zu schützen, nahe dabei eine Burg erbaut,ebcmalls auf seinem Eigen „die Burg ob meiner Habe". Die Klageseines Stiftes und der Klöster seines Sprengels wegen verschwenderischerVerwaltung und übertriebenen Begabungen an sein Haus liehen denVorwaild zu der wahrscheinlich nothwendig gewordenen Entfernung. DieseHalte den Schein des Ehrenvollen; es ward ihm der Auftrag einer Bot-schaft an den Hof des oströmischen Kaisers zu Konstantinopel; dort, heißtes, wäre er bis zu seinem 1028 erfolgten vielleicht gewaltsamen Endeauf einer Insel gefangen gehalten worden. Radebolo' s Söhne waren :Albrecht, Werner und Otto I. DieserOtto, ein Graf von Siind-ga», ward im Jahr 1040 von einem Kriegsmanu, Ehr eitle e r genannt,erschlagen; vielleicht gab diese That ihm den Namen. Bisher sind derAargau und die andern benachbarten Bezirke Burgnuds, auch der Breis-gau, die Gegenden, in denen das Geschlecht der Habsburger als ange-sehen erschienen ist. Daß aber Graf Otto als Graf im Sundgau be-zeichnet wird, könnte eine Hindeutung auf die oberelsässische Laudgrafen-würde sein, vielleicht sogar auf eine Verwandtschaft mit Lothringen.Denn dieses Haus war damals noch im Elsaß wallend, und der Sund-gau ist ein Theil des Oberelsaffes. Graf Werner setzte den Stamm fortund ward der Fromme genannt, vielleicht wegen seiner Sorge für Muridessen Vogt er herkömmlicher Weise war, dessen Kirche er nun wiederherstellte, vom Konstanzer Bischof neu einweihen ließ und 1082 durch