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die Nachfolge als Reichsoberhaupt, wie er wünschte, nicht zuverschaffen, denn ehe er die Abneigung der Kurfürsten besiegengekonnt, starb er (1291), 73 Jahre alt*).
Brandenburg, Otto, Herzog von Bayern, Wenzel, König von Böh-men, KarlMartell, König von Ungarn, Dietrich, Graf vonEleve.
') „Von Mainz reiste König Rudolf nach Hagenau und Straßburg (?)in Gesellschaft der jungen, zweiten, vor siebe» Jahren geehlichten Ge-mahlin, welche ihn nie verließ und einem pflegenden Engel gleich ihmznr Seite stand. Als er zu Straßburg mit der Königin, die er fast zusehr liebte, am Bretspiel saß, da nahte sich sein Arzt, welcher die rascheAbnahme seiner Kräfte bemerkte, und sprach zu ihm nach seiner Pflichtvon der Gefahr. — Fort nach Speier also, zu der Gruft meiner Vor-fahren, war die unerschrockene Rede des heitern Greises. Er schiffte sichein, in Germersheim ruhte er aus, in Speier blieb er die letzten dreiWochen seines Lebens. Am 1b. Jul traf ihn der Ruf des Allmächtigen.Er starb selbstbewußt, langsam, als Ehrist, mit den heiligen Sakramentender Sterbenden versehen. Sein Leichnam ward im Dom zu Speier nebendem des Königs Philipp von Hohenstaufen beigesetzt. Er starb, wieer gelebt, ein Muster der Kraft und Ergebung, der Frömmigkeit undTugend. König Rudolf lebte in einer rauhen Zeit und war nicht rauh ;er war kriegslustig und doch ein Stifter des Friedens, der gleichwieStrahlen wohlthätigen Feuers überall wo er hinkam, Wärme und Lichtverbreitend von ihm ausging. Er war ein Vater des Volkes; er wargerecht, ein freundlicher Herr, ein steter Vertheidiger des Adels, sichmit Recht als Ersten dieses Standes betrachtend, und doch der Freunddes Bürgers und Landmanns, wenn jeder derselben innerhalb seinesRechtes und dessen wohkhätigen Gränzen blieb; er war ein Schirmerder Stifter und Klöster und fromm aus wahrer Gottesfurcht und un-wandelbarem Vertrauen auf Gottes Gnade, denn er war zu frei, zu offen,zu arglos, um heucheln zu können; er war bescheiden und mit großemScharfsinn begabt, vorzüglich in der Wahl seiner Vertrauten, und gewißso beliebt als je ein König, und deshalb wurde er und sein Wirken soVielen werth, und deshalb sind so viele Züge aus seinem Leben eifrigund sorgsam aufgezeichnet und zu unserer Freude uns erhallen worden.Auch von Gestalt war er ausgezeichnet. Er hatte die ungewöhnlicheHöhe von mehr als sechs und einem halben Fuß rheinisch, sein Knochen-bau war kraftvoll, der Kopf klein, das Gesicht bleich, blond war seinspärliches Haar, er hatte die Unterlippe hervorstehend, blaue feurigeAugen, eine sehr hohe Stirn und auffallend große Adlernase. SeineGesichtszüge hatten einen Ausdruck des Ernstes, war er aber freundlich— und das war er sehr oft, so verbreitete sich große Lieblichkeit ausseinem väterlichen Antlitz." Lichnowski, A. a. O., Bd. I.
D. B.