Band 
Achter Band.
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Adolf von Nassau. 1299.

Sem Sohn Albrecht besetzte sofort die Burg TrifelS/ wodie Reichskleinodien aufbewahrt wurden/ aber die Kurfürsten/ dieBeweise von seinem Geize und seiner Härte gehabt, zogen ihmAdolf von Nassau vor.*) Dieser/ obgleich einem der ältesten

') „Zehn Monate vergingen nach Rudolfs Tode, nicht ohne mancherleigeheim gehaltene Unterhandlungen und Beschickungen, bis man zur neuenWahl schritt. Persönlich fanden sich in Frankfurt zu Ansang des Maiensechs Kurfürsten ein, von dem siebenten, dem König Wenzel, erschienenBevollmächtigte. Jetzt strafte sich am Hause Habsburg die von Rudolfbegangene Ungerechtigkeit, dem uralt berühmten deutschen Stammvolkeder Bayern das Wahlrecht zu entziehen, um es dem slavischen der Böh-men zuzusprechen. Nicht genug, daß dem Habsburger Böhmen jetzt dieStimme versagte, es ging mit dieser zugleich die sächsische für ihn ver-loren, vielleicht ebenfalls wegen der Kargheit Albrechts; denn eineNachricht will, Herzog Albrecht H von Sachsen, ein zweiter eigennü-tziger Schwager, habe sich von König Wenzel gewinnen lassen durchdas Versprechen, bewirken zu wollen, daß ihm der neue König aus Er-kenntlichkeit 4500 M. S. und noch einige Vortheile zugestehe. Das hart«Verfahren Albrechts gegen den sei. Erzbischof Rudolf von Salz-burg, dessen Bann (?) noch aus ihm lastete, hatte dem Habsburgerviele Gemüther abgewendet, und es ist glaublich, daß die geistlichen Wählerkeineswegs unterließen, den Satz aufzustellen, man könne Albrecht schonum deswillen nicht auf den römischen Königsthron erheben, weil er nochgebannt sei. Der Nachfolger Erzbischof Konrad erhob auch flehentlicheBitte, man möge doch nicht den Feind seines Stiftes zum Könige wählen.Uebel war namentlich gegen Haus Habsburg dazu der Erzbischof Sieg-fried von Köln gestimmt, dessen Hauptgegner im Limburger Erbstreit,der Herzog von Brabant, bei König Rudolf geneigtes Gehör gefundenhatte. Sehr gelegen, so lautet die gewöhnliche Erzählung, kam es die-sem Wähler, zu vernehmen, König Wenzel kümmere sich wenig, werden erledigten Thron besteigen würde, wenn es nur nicht sein Schwagerwäre. Siegfried besprach sich mit Erzbischof Gerhard von Mainzund brachte dessen Neffen, Gras Adolf von Nassau, in Vorschlag, wel-cher ihm so wacker und unglücklich in der Fehde mit Brabant beigestan-den. Gerhard ging gerne hierauf ein und sehr schlau soll er die Sachegekartet haben, um von allen zugesagt zu erhalten, man wolle sich dengefallen lassen, welchen er ernennen würde; theils wünschte man dasSchlimme einer Mistigen Wahl zu vermeiden, theils schreckte Jeden, meintman, die von Gerhard erregte Besorgniß, gerade den unangenehmstenerwählt zu sehe», sobald die Stimmen auseinanderfielen, eine Besorgniß,die gar häufig bei Wahlhandlungen das Mehr der Stimmen aus einePerson hinlenkt, die am wenigsten so etwas hoffen konnte. Groß wardas Erstaunen aller in das Geheimniß nicht Eingeweihten, als Erzbischos