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Achter Band.
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Häuser Deutschlands angehörend, war der ärmste Fürst, der jedie Reichskrone getragen / nicht minder aber einer der tapferstenund hochherzigsten Ritter seiner Zeit. Nachdem er Johann 4/

Gerhard, der Reichskanzler, am 5. Mai mit der Erklärung vortrat,Graf Adolf von Nassau sei einhellig erwählter römischer König! Ebennicht die Zeitgenossen, aber spätere österreichische Geschichtschreiber beschul-digten den Pfalzgrafen Herzog Ludwig von Bayern, dem Habsburgerdas gegebene Wort gebrochen zu haben. Natürlich hat er sich nie ver-pflichtet, auch wenn seine Bemühungen, die Wünsche des Schwagers zuerfüllen, fruchtlos blieben, starrsinnig den andern Kurfürsten allein wider-streben zu wollen. Wie er sah, daß er mit Albrecht nimmermehr durch-dringen könne und die Uebrigen ihre Stimmen dem Nassauer zuwende-ten, gab er nach, eine zwiespältige Wahl mit ihren Folgen verabscheuend,und das verdient gewiß Lob. Angenehm war es ihm keineswegs, daßder Nassauer zur hohen Würde gelangte, ein Graf, dessen Besitzungennicht einmal so beträchtlich heißen konnten, wie die des HabsburgersRudolf vor der Wahl, außer es gefiel ihm überhaupt mehr ein macht-loser Namenskönig, als ein Reichsoberhaupt von großem Ansehen undGewicht. Adolf besaß bloß die Hälfte der naffauischen Stammgüter,zum Theil Grafschaften und Vogteien des ersten salischen Kaiserhauses,namentlich die Städte Wiesbaden, Weilburg, Jdstein; die andere Hälftegehörte dem Vatersbruder Otto, oder, war Otto schon gestorben, dessenSohne Heinrich mit Dillenburg, Beilstein und Siegen. Dazu warAdolf Lehensmann nicht blos des Kurfürsten von Trier, was »och hin-ging, sondern zugleich eines weltlichen Herrn, nämlich eben des rheini-schen Pfalzgrafen, als Eastella» des Schlosses Kanb. Sonderbar; er nundurch Mitwahl des Pfalzgrafen, seines Lehensherrn, auf den Thron erhoben,gab jetzt dem die Lehen, dessen Hintersasse er gewesen ! — Allerdings warAdolf sonst nicht blos eines hochedlen, jedem andern ebenbürtigen Ge-schlechts, sondern zugleich tapfer, ritterlicher Art und Gesinnung, berühmtals einer der Gewandtesten in allen mannhaften Uebungen, und dabeiausgerüstet mit einer für jene Zeiten sehr seltenen Gelehrsamkeit undSprachenkunde, und stand jetzt in der ganzen Kraft des Mannesalters.Arm fing er an, und blieb ein armer König, und deßhalb erstreckte sichseine Macht nie weit. — „Da er nicht ü» Stande war, sagt JgnazSchmidt (Geschichte der Deutschen), die Wahlkosten zu bezahlen, auchder Reichs-Schultheiß von Frankfurt sich widersetzte, als er die dortigenJuden mit einer Steuer belegen wollte, mußte Erzbischof Gerhardvou seinen Stistsgütern für L0,00l) M. S. verpfänden, damit nur dieFrankfurter den neuen König zu seiner Krönung nach Aachen abziehenließen." In der gespanntesten Erwartung befand man sich, was derHabsburger vornehmen werde. Er wußte es selbst noch nicht, sondernentrüstet über das nicht von ferne geahnte Wahlergebniß und unschlüssig,ob er den Nassauer anerkennen oder ihm unverzüglich den Fehdehand-