Band 
Achter Band.
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-tickte, und die VolkSstimme ihn den hübschen oder schönen Fritzzu nennen pflegte. Er suhlte, daß er für eine» Thron geborensei. Weit weniger schmeichelhaft wird zwar von Zeitgenossen daSAeußere Ludwigs deö Bayers geschildert; aber ritterlichwar er doch auch und hatte nichts Abstoßendes, sondern manchesEinnehmende. Liebenswürdiger machten ihn die geistigen Eigen-schaften, die ihm viele Herzen unveränderlich zuwendeten. Hater seine Altersgenossen bei den jugendlichen Rittcrübungen anKühnheit und Gewandtheit übertreffen und den größten Theilseines Lebens auf dem Streithcngft und unter Waffcngeklirrezubringen müssen, so blieb doch sein Wesen milde, gütig, fromm,so zu sagen hausväterlich. Nicht anders alS gezwungen griff erzum siegreichen Schwerte, und gebrauchte weil lieber daö über-redende Wort, welches diesem Fürsten wie Wenigen zu Gebotegestanden haben muß, obwohl er im Schulunterrichte keine son-verliehen Fortschritte gemacht hatte. Etwas verstand er Latein;aber die Muttersprache liebte er und hat ausnehmend beigetragen,daß sie geübt und gebildet, daß sie Hof- und GerichtS- undSchriftsprache wurde. Tief wurzelte seine Religiosität, so daßsie selbst durch die überaus bittern Streitigkeiten mit den Päp-sten nicht erschüttert wurde. Auf diese religiöse Gesinnung nahmErzbischof Peter bei Ludwig besonders Bedacht und empfahlihn deshalb zur Krone, aber auch wegen der sonstigen, männlichedlen Beschaffenheit seines Charakters, und wegen seiner Ver-ständigkeit und Thatkräftigkeit. Wenn uns Einige, die zwar seinoffenes Wesen und seine Herzensgüte rühmen, andrerseits dieGeistcsfähigkciten verkleinern und behaupten, daß Ludwig ehereinen zu bescheidenen alS hochfliegendcn Geist hatte, gerne nach-gab, ein Feind unruhigen Treibens, für ei» stilles, gemächlichesLeben eingenommen, den Künsten des Friedens weit mehr geneigtalS den Unternehmungen und Arbeiten des KricgeS und derStaatskunst: so wirft dies um so weniger auf ihn einen Schar-ten, weil eö nur insoweit wahr, als es Lob verdient. LiebteLudwig die Ruhe, so kann man bei Betrachtung seiner »»ermüd-lichen Thätigkeit in KriegS- und StaatSgeschäften nur die fastbeispiellose Selbstüberwindung anstaunen, welche er übte, und hatseine Bescheidenheit die römische Königs- und Kaiserkrone nichtgesucht, wie mit Grund zu glauben, so fällt ein schwerer Vor-wurf dahin, den Manche auf sein Haupt legen möchten. Ja mandarf für sehr wahrscheinlich die Erzählung gelten lassen, daß