und Titel anmaßen durfte, sondern nur den eines zum KönigeErwählten. Damit noch nicht zufrieden/ hat besagter Ludwigauch zur großen Beleidigung und Verachtung GotteS und zuroffenbaren Unbild seiner Mutter, der römischen Kirche, welcherbei erledigtem Reich dessen Verwaltung zusteht, zum AergernißUnzähliger und zu seinem eigenen Seelenschaden sich unterfangen,dessen Verwaltung vor die Hand zu nehmen, den Eid der Treuesich leisten zu lassen sowohl in Deutschland alö auch in einigenGegenden Italiens, über deö Reiches Aemter und Würden zuverfügen, wie er denn auch unter anderem seinem Sohne dieMark Brandenburg zutheilte, ferner sich nicht gescheut, mit schwe-rer Beleidigung der göttlichen Majestät, mit Verachtung der Kircheund zum Verderben seiner eigenen Seele dem Galeazzo ViS-conti und dessen Brüdern, die doch von ihren rechtmäßigenRichtern alS Ketzer verdammt worden sind, nebst andern Empö-rern gegen den heiligen Stuhl seine Gunst zu bezeugen und Un-terstützungen zu gewähren. Solchem verwegenen Unterfangenkönnen Wir unmöglich länger stille zuschauen, wünschen aber,vorbesagten Ludwig von seiner Verirrung auf die Bahn derWahrheit zu leiten, und ermähnen ihn also hicmit, legen cS ihmauch auf nach dem Rathe Unserer Brüder in Kraft des heiligenGehorsams und unter Strafe der Exkommunikation ipso lacto,daß er innerhalb der nächsten drei (zwei?) Monate sich von allemDes den Ketzern geleisteten Beistandes enthalte, ferner von ge-dachter Reichöverwaltung abstehe und sie nicht eher wieder zuHanden nehme, als bis seine Wahl und seine Person von Unswird approbirt und angenommen sein; auch daß er die bisherigenVerfügungen thatsächlich, so viel es sein könne, zurückrufe. Be-nimmt er sich hierin nachlässig, so erfolgen ohne Weiteres dieangedeuteten Strafen. Ueberdies verbieten Wir allen geistlichenund weltlichen Personen, den zum König Erwählten als wirkli-chen römischen König zu erkennen oder seine Befehle zu vollziehen.Durch alles Bisherige binden Wir Uns die Hände nicht, nachErfordcrniß der Gerechtigkeit und wie Wir eS für nützlich er-achten, gegen den besagten Ludwig noch innerhalb der hier fest-gesetzten Frist weiter vorzuschrciten.
So ungefähr lauteten die Worte der Bulle, welche übri-gens nicht einmal dem König Ludwig persönlich zugestellt wurde.Dieser erklärte seinen Entschluß, eine feierliche Gesandtschaftnach Avignon abzuordnen, um wenigstens Verlängerung deö Ter.