Band 
Achter Band.
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halten. Das Unglück und die Einsamkeit deS Gefängnisses hatteganz geneigt gestimmt, solchen Anträgen Gehör zu schenken.Ludwig, hicvon in Kenntniß gesetzt, machte sich (13. März1325) ohne Vorwissen seiner Räthe, blos von dem Augustiner,prior begleitet, nach der TrauSnitz auf den Weg. Der Gefangeneerblaßte, als er zu ihm ins Zimmer trat, aber die herzliche Be.grüßung verscheuchte schnell alle Furcht; die durch ein widrigesGeschick in Feinde umgewandelten Jugendfreunde näherten sichwieder wie vormals ohne Mittelsperson, beklagten gemeinsam,was sie einander Leids gethan, legten Hand in Hand, umarmtenund verziehen sich Alles. Dann wurde berathen, wie sie es ma-chen wollten, um ihren Ländern und dem ganzen Reiche Friedenzu schenken; der Gefangene betheuerte, er wolle auf die Königs,kröne verzichten, Ludwig verspricht ihm und den Mitgefangenennicht blos Befreiung ohne Lösegeld, sondern Beschirmung undMehrung seiner Lande und was er nur thun könne zum Glänzedes HauseS Habsburg; und da er entgegen schildert, wie der Papstund Herzog Lcupold dem Franzosenkönige die Hand reichten,LaS Reich der Deutschen gänzlich zu lähmen und zu zertrümmern,wird ein ewiges Schutz, und Trutzbündniß zwischen ihnen undihren Kindern und Kindeskindern beschworen, um jenem gemein,samen Feinde mit vereinter Kraft zu wehren. ES waren Stun.den edler Begeisterung. Am folgenden Morgen bei der heiligenMesse gingen Beide zum Tische des Herrn, jeder legte auf denLeib deS Herrn, den er zu empfangen im Begriff stand, einenfeierlichen Eid ab, daö Versprochene heilig und unverletzlich er-füllen zu wollen; Friedrich gelobte, könnte er etwa seine Zu-sage nicht halten, bis künftigen Sonnewendtag wieder in seineHaft zurückzukehren*). Einige Tage später beschworen die Ge.genkönige in Gegenwart ihrer Beichtvätcr und der beiden nach-genanntcn Herren noch einmal feierlich bei der heiligen Commu-nion den Friedensvertrag, der in den Grundzügen folgenderma.ßen gelautet haben mag: „Graf Berthold v. Henne bergund Dietrich der Pilichstorfer, Marschall in Oesterreich,bezeugten, daß König Ludwig und Herzog Friedrich und des.sen Brüder (?) eine freundliche Sühne gemacht. Zum ersten:Herzog Friedrich begebe sich des Königthums, liefere alle Wahl-und andere darauf Bezug habende Urkunden dem König aus und

') Damberger, A. a. O.