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höchst unwahrscheinlich ist eö offenbar, daß der Papst schon am4. Mai, ohne alle Kenntniß vom Inhalte des Vergleiches densel-ben in allen Punkten für nichtig erklärte, da es doch gewiß nichtverboten war noch sein konnte, daß Friedrich auf irgend leid-liche Bedingungen seine Freiheit zu erlangen trachtete. Auch ge-schah nie und nirgends eine Erwähnung dieses ärgerlichen Er-lasses, der den Feinden Johanns XXII als scharfe Waffehätte dienen können"*). Wie dem auch sei, so viel scheint ge-wiß, daß Herzog Leupold, ohnehin entschlossen, eine Ausglei-chung niit Ludwig nicht einzugehen, in diesem Entschlüsse vomPapste bestärkt wurde, der sich gegen ihn beklagte, daß Fried-rich mit dem »Feinde der Kirche" einen Bund geschlossen; danun der Herzog seinen Bruder zum Nachgeben nicht bewegenund somit seinen Vertrag nicht erfüllen konnte, ging er seinemSchwüre getreu nach München, wo er von König Ludwig alsFreund liebevoll empfangen wurde." Die beiden, wahrhaft got-tesfürchtigcn Gegenkönige hatten sich mit ihre» Beichtvätern be-nommen und verlangten, im Gewissen beschwert , herzlich nachFrieden. Daraus erklärt sich ihr schönes Betragen, das die feinePolitik ganz unbegreiflich fand. Johann schrieb dat. Avignon30. Juli 1325 dem König Karl IV, auch er habe in Bezugauf die unglaubliche Freundschaft und Vertraulichkeit zwischenLudwig und Friedrich (Inwilinritn« ei nmieitin ilivinm iu-ereäibiiis) aus Deutschland Briefe erhalten, welche weiter mel-deten, es sei die Absicht, daß der befreite Friedrich als Königiu Deutschland bleibe, während der Befreier Ludwig als Kaisernach Italien gehe; da nun dergleichen, wenn eS sich erfülle, un-berechenbar viele und große Gefahren befürchten lasse, so ermähneer den geliebten Sohn König Karl, seine Pläne mit mehrThätigkeit als bisher zu verfolgen. Zugleich bemerkte der Papstgeheimnißvoll, eS habe so eine Art Drohung verlautet, daß näm-lich, wenn er den Bayer nicht gnädig ansehen, d. h. die Censu-ren von ihm nehmen wolle, sich die noch Schwankenden völligauf dessen Seite schlagen werden. Am 24. August schreibt erdemselben abermals, daß er gerne, so viel eS ihn betreffe, dasGeschäft (der neuen Wahl?) aufschiebe, jedoch zu bedenken gebenmüsse, daß von Seite des erwählten römischen KönigS Friedricheine feierliche Gesandtschaft verordnet sei, deren Vorläufern er
) Daniberger.
D. B.