Band 
Achter Band.
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Finger, half ihm eigenhändig den päpstlichen Mantel umhängenund führte ihn zum Throne, der dem kaiserlichen zur Rechtenstand. Unter den üblichen Ceremonien wird der neue Papst demVolke vorgestellt, der sich dann mit dem Kaiser in festlicher Pro-zession nach der St. Peierskirche begibt und dort dem Hochamtebeiwohnt. Wann dieser Nikolaus V, welcher sogleich denVatikan bezog, zum Bischof geweiht und inthronisier wurde,läßt sich nicht genau bestimmen; doch geschah Ersteres ohne Ver-zug und Letzteres glaublich am Pfingstfeste. Auch säumre Niko-laus V nicht, ein Cardtnal-Collegium zu schaffen, und schmücktemit dem rothen Hut vor allem den Nikolaus da Fabriano,den Bischof Jakob von Cittsi Castellana und einen Abt vonSt. AmbrosinS in Mailand, ferner sechs seiner Ordensbrüder,die so wenig als er Bedenken trugen, dem Gelübde der vollkom-menen Armuth, wovon sie bisher geredet, ziemlich auffallend ent-gegen zu handeln und sich gleich andern Prälaten einzurichten.Man sieht, daß Niemand aus den angesehenen Familien RomSein Cardinal dieses Papstes werden wollte. Am Pfingstsonntage22. Mai hielt der Kaiser mit Nikolaus V pomphaften Einzugin St. Peter, und da ging jene Art Kaiserkrönung oder diepäpstliche Bestätigung in der Kaiserwürde vor sich, wobei mansorgfältig alles vermied, was auf eine Verleihung dieser Würdedurch den Papst und auf eine Unterordnung des Kaisers unterdiesen hindeuten konnte. ES verbreitete sich daS falsche Gerücht,Ludwig habe sich von seinem Papste neuerdings krönen lassen,als wäre es daS Erstemal nicht in gültiger Weise geschehen;allein Nikolaus V hat ihn keineswegs gesalbt und gekrönt,sondern nur die Anerkennungsformcl und den Segen über ihnausgesprochen"*). Bestätigte Nikolaus V das kaiserliche Ur-theil gegen Johann XXII, so zitirte dieser den Bischof vonCittü Castellana vor seinen Richterstuhl wegen Begünstigung derKetzerei und forderte die Römer auf, unter Verdammung vonLudwigs Kaiserkrönung, diesen Ketzer aus ihrer heiligen Stadtzu vertreiben. Ohnehin stieg, von den Galeeren des KönigsRobert blokirt, die Unzufriedenheit daselbst stündlich, wozu dennauch eine große Geldforderung des Kaisers kam, den die Ghibellinenim Stiche ließen. So mußte Ludwig (Anfangs August) Rom

) Damberger, Bd. XIV, Abschnitt IV, l>

D. B.