Band 
Achter Band.
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Landessitten, ja sogar mit der Muttersprache. Indeß lernte erdie letztere bald, ordnete die durch das abenteuerliche Leben seinesVaters erschöpften Finanzen, löste die verpfändeten Schlösserwieder ein und erwarb sich in dem Grade die Liebe der Böhmen,daß der Vater darob eifersüchtig ward. Dieser ward im Kriegezwischen den Franzosen und Engländern, woran er Theil nahm,schwer am Auge verwundet und erblindete in Folge falscher Bc-Handlung dieser Wunde. Inzwischen erfuhr er, daß Oesterreichsich vom Kaiser mit Kärnthen und Tirol, den Erblanden seinerSchwiegertochter, hatte belehnen lassen; da ergriff er offen Parteigegen Ludwig und das HauS Oesterreich und ließ sich von Hofzu Hof führen, um einen furchtbaren Bund gegen sie zu Standezu bringen. ES gelang ihm sogar, seinen Sohn alS Gcgenkönigaufstellen zu lassen (1336), kehrte dann mit ihm nach Frankreichzurück, wo er, alt und blind wie er war, darauf bestand, an derSchlacht bei Cröey theilzunehmen; als er erfuhr, daß die Fran-zosen im Nachtheil seien, ließ er seine Begleiter ihre Rosse mitdem seinen zusammenbinden und sich so inS dichteste Schlachtge-wühl führen, wo er umkam. Der sonderbare BöhmenkönigJohann hat denn bei Cröcy das Leben gelassen, nicht für dieSache seines Hauses, nicht für Böhmen, noch weniger fürDeutschland, sondern um dem ohnehin schon übermächtigen....Frankreich zu helfen, daß es den König Englands zu Bodenschlage und dann desto gewisser Flandern und die benachbartenLandschaften unter sein schweres Joch bringe. Vorliebe für die-jenigen, welche er und die ganze luxemburgische Familie fortanalö die eigentlichen Landsleute betrachtete, aber fast noch mehrsein überspannter, durch Romanleserei ganz phantastisch gcwor-dener, auch in mancherlei LiebcShändel verstrickter Rittersinnführte ihn diesen Weg und machte überhaupt aus dem zu großenDingen berufenen Fürstensohne längst einen halbnärrischen Aben-teurer. Daß der junge Prinz von Wales, stolz auf den Siegund zum Gedächtniß desselben, des gefallenen Königs Helmzierdeund Spruch: „Ich dien'" — annahm und seine Nachfolger dieseSonderbarkeit beibehielten, mag hingehen; auch daß die Franzosenden Mann, welcher für sie tollkühn sein Leben geopfert, als einMuster der Ritterlichkeit priesen, liegt in der Natur der Dinge.Aber es ist nur zu gewiß, und eS muß als ein deutliches Zeichen vonder weiten Verbreitung und tollen Ueberspannung des albern ge-wordenen Rittcrgcistes erkannt werden, daß man ziemlich allge-