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einen Mord handle, sondern daß die Hand der heiligen Fehmehier gewaltet habe*).
Diese furchtbare, weil geheimnißvolle Macht, hervorgerufendurch die allgemeine Gewaltthätigkeit, der nur wieder durch Ge-waltthätigkeit zu begegnen war, und die deshalb eine wunderlicheMischung von Gerechtigkeit und Rechtswidrigkeit darstellte, brachteselbst die Fürsten in ihren Palästen und Burgen zum Zittern undwarf steh zur Rächerin selbst von solchen Missethaten auf, die voraller Menschen Augen tief verborgen schienen. Die Gemütherwurden in einem beständigen Mißtrauen erhalten, und gar man-ches Verbrechen ward allein schon durch das Bewußtsein derThatsache verhindert, daß Tausende von Personen jeglichen Stan-des in allen Ländern verpflichtet sein würden, den erfolgendenUrtheilöspruch, wenn auch erst in langen Jahren auszuführen,und daß nichts in der Welt vor ihrem Dolch oder Strick schützenkönne. Die erschreckte Einbildungskraft des Volkes erzeugte diewunderlichsten Schilderungen über die furchtbaren Ceremonien,die bei den Gerichten der Fehme beobachtet wurden, über dienächtliche Aufnahme von Wissenden, die fast übernatürliche Machtder Freigrafen, und die Ehrfurcht gesellte sich dem mystischenSchrecken bei, den sie einflößten.
Es ist aber einleuchtend, wie viele und gefährliche Mißständediese unbeschränkte und unkontrollirte Macht der Fehme im Ge-folge haben mußte. Kaum hatte man daher den Grund gelegtzu bessern und geordneter» Rechtszuständen, als sich von allen
') Eine mit der Fehme verwandte Einrichtung haben neuere Reisende inSenegambien angetroffen. Zeder der fünf Bezirke dieses Landes hateinen xurrali, d. h. eine Verbündung. in welche keiner vor dem dreißig-sten Zahre aufgenommen wird; der höchste purraü wird aus denen ge-wählt, die über fünfzig Jahre alt sind. Die Aufzunehmenden werdenin einem düstern Walde bei Löwen. Schlangen und Feuern schrecklichenProben unterworfen. Hat ein Mitglied des Bundes ein Verbrechen be-gangen oder den Schwur, das Geheimniß des Bundes zu bewahren,gebrochen, so erscheinen plötzlich bewaffnete und vermummte Voten undrufen ihm zu : Der Purrah schickt dir den Tod! Alsbald entfliehen Ver-wandte und Freunde aus seiner Nähe und überlassen ihn dem rächendenEisen. Zuweilen werden ganze Stämme, die sich trotz des Verbotes derPurrah bekriegen, mit dem Banne belegt und die neutrale» Stämmeführen den Verdammungsspruch sofort aus. Zu vergleichen Llolberx,vozmxe en ,ikr!guo, I, 114.