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Wenzel zum Verweser in Böhmen eingesetzt worden, trat demRuprecht entgegen, der nicht die Kraft besaß, seiner WürdeAchtung zu verschaffen. Dazu kam, daß die politische Zwietrachtgeschärft wurde durch die religiösen Zwiftigkeiten, indem mehrerePäpste sich damals um die Tiare stritten; die Verwirrung waraufS Höchste gestiegen, alö Ruprecht plötzlich (1410 zu Oppen-heim) starb, nicht ohne das traurige Bewußtsein, alle Uebel,woran das Reich krankte, kennen gelernt zu haben, aber nichtim Stande gewesen zu sein, einem derselben abzuhelfen.
Sigismund. 1410
Vom zukünftigen römischen Könige ward vor allen Dingengefordert, daß er dem Schisma der Kirche ein Ende mache; daaber eine jede Partei den von ihr angenommenen Papst alS denrechtmäßigen anerkannt wissen wollte, blieben die Stimmen derKurfürstengetheiltzwischen Sigismund und JodokuS, wäh-rend einzelne Stände, namentlich Sachsen, noch Wenzel aner-kannten. Dieser jedoch hatte, wenn auch nicht förmlich, so dochthatsächlich dem Reiche entsagt und Jodokus starb (1411), sodaß Sigismund nun nochmals einstimmig gewählt wurde.Mächtig als König von Ungarn, Herr von Brandenburg undkünftiger Erb von Böhmen, bemühte sich Sigismund auf'sErnstlichste um Beilegung des Schisma, zu welchem Behufe erein allgemeines Conzil veranstaltete, mit welchem wir unS als-bald zu beschäftigen haben.
Zwölftes Kapitel.
Kirchliche Verhältnisse. — Großes S'chisma. —Eonzilien zu Kostnitz (Konstanz) und Pascl.
Wir haben gefunden, daß die Päpste wähnten, sie hättenItaliens Unabhängigkeit gesichert, indem sie bei Rudolf v.HabSburg eS dahin brachten, daß er den von den Kaisern aufverschiedene italienische Gebietsthcile erhobenen Ansprüchen ent-sagte; wir haben ferner gesehen, daß sie sich mit NicolauSlII